Neues Europa als Reiseziel

18. September 2002, 19:32
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Österreichs Jugend fühlt sich sehr europäisch - Ferrero-Waldner "freut sich"

Wien - Dieses Ergebnis ließ der Außenministerin "das Herz überlaufen": Über 60 Prozent der für die neue Studie "Generation EU-Jugend und Europa" befragten Jugendlichen sind für die Erweiterung der EU. Zur Präsentation lud der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Lorenz Fritz, am Mittwoch ins Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz ein. Schräg gegenüber des Denkmals für die sowjetischen Soldaten sprach er mit Benita Ferrero-Waldner über die Zukunft Österreichs und der benachbarten ehemaligen Ostblockstaaten.

Martina Weixler, Geschäftsführerin des Österreichischen Instituts für Jugendforschung, präsentierte eine im Frühjahr unter tausend 14- bis 24-Jährigen erhobene Umfrage, "die durchaus zu Optimismus berechtigt". Die Jugend denke "ganzheitlicher" sagte Lorenz Fritz, wenn auch 73 Prozent der Befragten ihren persönlichen Vorteil einer EU-Erweiterung in Urlaub und Reisen sieht. Arbeitsmarkt, Aus- und Weiterbildung sowie Einkommen und Verdienstmöglichkeiten sind dagegen nur für 42 bis 30 Prozent der Jugendlichen wichtig.

Für Österreich sehen die Jugendlichen Vorteile, was die Offenheit für andere Kulturen sowie Wachstum und Wirtschaft (beide 63 Prozent) betrifft. Vorteile für Frieden und Sicherheit erkennen nur noch 44 Prozent, dagegen befürchten 29 Prozent negative Auswirkungen in diesem Bereich durch die Erweiterung. Was Arbeitsmarkt, ökologische und soziale Standards und die Qualität der Demokratie angeht, überwiegen aber Ängste.

Dem müsse man entgegenwirken, sagte die Außenministerin, vor allem in den Grenzregionen und den unteren Bildungsschichten, die am meisten Ablehnung gegenüber EU und Erweiterung zeigen. Dazu laufe eine Kampagne der Industriellenvereinigung, die Vertreter der Jungen Industrie in die Schulen schickt, um mit Schülern über die Erweiterung zu sprechen. Ferrero-Waldner kann sich ein Fach "Europakunde" vorstellen, das in zwei Wiener Schulen bereits existiert.

Österreichische Betriebe, die bis zu 80 Prozent der Investitionen in Osteuropa stellen, kämen durch die Erweiterung aus dem Risiko in die Rechtssicherheit der EU, so Fritz. Auch würden 120.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, 40.000 davon in Österreich. Österreich müsse sich seiner historischen, sozialen, und politischen Verantwortung in einem großen Friedensprojekt stellen, sagte Ferrero-Waldner. (Jakob Hartl/DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2002)

SchülerStandard

Jakob Hartl ist Schüler der 7. Klasse des BG 22 in Wien

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