200.000 Flutopfer in Österreich

18. September 2002, 19:12
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EU-Katastrophenfonds vorerst mit 500 Millionen Euro dotiert

Wien/Brüssel - Fünf bis sieben Milliarden Euro: Auf diese Höhe schätzt Umweltminister Wilhelm Molterer die Schäden der Sommerhochwasser. Er glaubt, erklärte er bei der Klubklausur der ÖVP am Mittwoch im Parlament, dass etwa 200.000 Personen geschädigt wurden. Bei den Unternehmen beläuft sich der Schaden auf rund 500 Millionen Euro, sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Die Hilfsmaßnahmen sollen morgen im Parlament beschlossen werden.

Die Volkspartei beschloss am Mittwoch noch Änderungen im Hilfspaket. Es geht um Steuer- und Gebührenerleichterungen (etwa zusätzliche Werbungskosten von 900 Euro für Flutopfer) sowie um verwaltungstechnische Maßnahmen.

Die EU wird einen Solidaritätsfonds für Katastrophenfälle einrichten. Einen entsprechenden Verordnungsvorschlag präsentierte am Mittwoch EU-Kommissar Michel Barnier. Der Fonds sieht Soforthilfen für die Hochwasseropfer vor. Gleichzeitig soll der Fonds bei ähnlichen Katastrophen in Zukunft zur Verfügung stehen. Noch heuer sollen 500 Millionen Euro und danach eine Milliarde Euro jährlich als Soforthilfe für die EU-Staaten und die Kandidatenländer aus dem EU-Budget bereitgestellt werden.

Die Mittel werden für den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur, die Sicherung der Dämme und die Säuberung von überfluteten Gebieten bereit gestellt. (APA, ina/DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2002)

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