Der Mensch im Wahlkampf

18. September 2002, 19:21
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Als letzte der Parteien hat sich nun auch die SPÖ für eine Agentur entschieden, die den Wahlkampf werbetechnisch umsetzen soll. Und es ist keine klassische Agentur, sondern ein Kreativteam aus zwei Personen, das den Zuschlag erhalten hat, wie Christian W. Muchas Extradienst berichtet: Chrigel Ott, der unabhän- gig von seiner Stammagentur GGK tätig wird, und die unabhängige Beraterin Elisabeth Ondrak, ehemals Geschäftsführerin bei Ogilvy.

Der Etat ist vorläufig mit 7,5 Millionen Euro festgesetzt. Eine Aufstockung, vor allem durch Zusatzaufträge der Länderorganisationen der SPÖ, ist möglich.

Auch der Wahlkampf- slogan der SPÖ steht im Wesentlichen schon fest: Unter der Überschrift "Faire Chancen für alle" soll es heißen: "Der Mensch wieder im Mittelpunkt." Der neue Slogan ist insofern pikant, als auch der ursprünglich favorisierte Mitbewerber, nämlich die Agentur BBDO, einen ganz ähnlichen Vorschlag gemacht hat: "Der Mensch zuerst."

Das Team von Ott und Ondrak hat sich in der Ausschreibung gegen BBDO, die Agentur Aha PuttnerBates und einen vierten Mitbewerber durchgesetzt, der aus der Agentur Demner, Merlicek & Bergmann kommen soll.

Mit Elisabeth Ondrak ist bei der SPÖ eine ehemalige Ogilvy-Kraft zu Werke. Auch die ÖVP setzt auf Ogilvy. Als Wahlkampfbudget werden offiziell sechs Millionen Euro angegeben.

Die FPÖ greift auf bewährtes zurück, für sie wird Exbundesgeschäftsführer Gernot Rumpold mit seiner Agentur mediaConnection in die Wahlschlacht ziehen. Offiziell angegebener Etat: 3,5 Millionen Euro.

Noch kleiner ist der Etat der Grünen, die Agentur Nord Pilz hat mit zwei Millionen Euro den Zuschlag bekommen. (völ/DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2002)

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