Ewald Stadler will bleiben, was er ist

18. September 2002, 19:18
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Volksanwalt verteidigt Aufstand von Knittelfeld

Wien/Bregenz - Der umstrittene freiheitliche Volksanwalt Ewald Stadler hat weitere Karriereschritte für die nächste Zeit ausgeschlossen: Weder wolle er bei der niederösterreichischen Landtagswahl noch bei der Nationalratswahl kandidieren - und schon gar nicht habe er vor, wieder FP-Klubobmann zu werden: "Ich bleibe, was ich bin."

Er, Stadler, wolle allerdings nicht länger zulassen, dass die 400 Delegierten von Knittelfeld weiterhin als "Auftragskiller oder Putschisten denunziert werden" - sie hätten nur ein statutarisch verbrieftes Recht wahrgenommen, indem sie einen Parteitag gefordert haben. Übrigens ohne weiteres Zutun oder Werben von ihm, wie Stadler neuerlich versicherte. Falls dieses Thema am kommenden Parteitag in Oberwart zur Sprache kommen sollte, "werde ich deutliche Worte finden".

Zuletzt war von mehreren Stellen der FPÖ der Ruf nach einem Parteiausschluss Stadlers laut geworden - er selber verwahrt sich gegen ein "Scherbengericht", und auch die FP Vorarlberg hat keine Eile, ihn loszuwerden. "Ich hab Wichtigeres zu tun, als einen Parteiausschluss zu betreiben", sagte Hubert Gorbach. Geschäftsführer Gerhard Dingler reagiert auf Nachfragen unwirsch: "Es gibt nichts, was für die Öffentlichkeit bestimmt wäre." Man prüfe weiter die rechtlichen Möglichkeiten. Die angekündigte Koordination mit anderen Landesgruppen hat noch nicht stattgefunden. Man führe Gespräche, habe aber keine Eile, die Causa Stadler habe nicht erste Priorität.

Was Volksanwalt Stadlers politische Zukunft anbelangt, ist Hubert Gorbach mit dem designierten Bundesparteiobmann Mathias Reichhold einig: Ewald Stadler soll keine wichtigen Parteifunktionen mehr ausfüllen.

Gorbach selbst bleibt vielleicht doch Vizeparteiobmann. Es komme noch auf die Zusammensetzung von Reichholds Team an, er, Gorbach, habe aber dem neuen Obmann "von Anfang an volle Unterstützung in jeder Position zugesichert". (cs, jub, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2002)

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