Rattenplage in Beverly Hills

18. September 2002, 17:05
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Die Dürre treibt die Tiere in die Gärten und Pools der Reichen - Nun sollen sterilisierte Katzen gegen die Plage eingesetzt werden...

New York/Los Angeles - Die Hitzewelle und Dürre des Sommers hat an der Westküste der USA in Kalifornien ein neues Problem verursacht: Eine Ratteninvasion plagt den noblen Wohnort Beverly Hills. In den Gärten der Luxusvillen tummeln sich immer mehr der ungeliebten Nager auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Die Bewohner sind von den aus ihren Swimmingpools trinkenden und an ihren Zierpflanzen knabbernden Ratten nicht sehr begeistert, die Stadtbehörden sind bisher ratlos.

Mehr Ratten als Menschen

"Es gibt vermutlich mehr Ratten als Menschen in Beverly Hills", meint Ray Honda, Gesundheitsinspektor in Los Angeles, gegenüber der "New York Times". Genaue Untersuchungen über die Zahl der Nagetiere, die sich im Nobelvorort "eingemietet" haben, lägen jedoch nicht vor. Vier milde Winter in Folge und die Dürre des zu Ende gehenden Sommers, verbunden mit großen Waldbränden, hätten die Ratten in die Vororte getrieben, wo das Nahrungsangebot wesentlich größer sei.

Ratten passen sich schnell an

Der Rattentypus an der Westküste, die sogenannte "Rattus rattus" oder auch Dachratte, unterscheide sich wesentlich von den an der Ostküste der USA heimischen Tieren, den "Norwegischen Ratten" oder Stadtratten, erläutert Honda. Die Dachratte sei ein ausgezeichneter Kletterer und ernähre sich vegetarisch, während die Stadtratte aggressiver bei der Nahrungssuche vorgehe und auch Fleisch nicht ablehne. Gemeinsam ist beiden die Widerstandsfähigkeit und schnelle Anpassung an neue Umweltbedingungen.

Im Kampf gegen die Rattenplage wird derzeit von den Behörden von Los Angeles Rattengift ausgelegt. Die gezielte Aussetzung von sterilisierten wilden Katzen wäre jedoch das einzige Rezept, den sich schnell vermehrenden Ratten beizukommen, meinen Experten. Gesundheitsinspektor Honda bezweifelt allerdings, dass die Bewohner von Beverly Hills streunende Katzen auf ihren Straßen akzeptieren würden.(APA)

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