Serbien will Mobilfunkbetreiber Mobtel privatisieren

18. September 2002, 16:37
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Mobilkom: "sehr interessiert"

Die serbische Regierung will bis Jahresende den größten nationalen Mobilfunkbetreiber Mobtel zur Privatisierung ausschreiben. Wie die serbische Ministerin für Verkehr und Telekommunikation, Marija Raseta-Vukosavljevic, sagte, sollen sich sieben bis acht ausländische Unternehmen für den Kauf des Mobilfunknetzes, das auch das Gebiet des Kosovo abdeckt interessieren, darunter der norwegische Mobilfunkriese Telenor, sowie die griechische Vodafone-Tochter Panafon, die den Wert der Mobtel auf rund eine Mrd. Euro schätzt.

Mobilkom: "sehr interessiert"

Aus der Mobilkom Austria hieß es dazu man sei an den Vorgängen in den südosteuropäischen Ländern immer "sehr interessiert". "Die Vorgänge unterliegen einer permanenten Prüfung", sagte Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes zur APA.

Mobtel, mit heute rund 1,1 Mill. Mobilfunkkunden, war Mitte der neunziger Jahren als Firma der damals reichsten serbischen Familie Karic - bekannt für ihre engen Kontakte zum früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic - gegründet worden. Etwa 30 Prozent der Mobtel-Aktien gehörten der serbischen Telekom.

Klagen

Anfang des Jahres hat die Telekom die Karic-Familie verklagt, weil sie die notwendigen Investitionen nicht vorgenommen hatte. Im März diese Jahres hat ein vom Belgrader Handelsgericht eingesetzter Verwalter die Kontrolle übernommen, außerdem wurde der Mehrheitsanteil der Familie angezweifelt.

Die Serbische Ministerin hat nun angekündigt, dass sich der Tender für Mobtel auf den "hundertprozentigen Besitz" von Mobtel beziehen werde. Ob die Familie Karic inzwischen eine Einigung mit der Regierung über die Abtretung ihrer Anteil erzielt hat, ist nicht bekannt. (APA)

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