Rabl: Rückzug aus "Kurier"-Chefredaktion

19. September 2002, 14:16
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Bleibt Herausgeber - Kotanko soll operative Führung übernehmen

Peter Rabl (54) will sich von der Position des "Kurier"-Chefredakteurs zurückziehen, die Funktion des Herausgebers aber beibehalten. Die Chefredaktion soll Christoph Kotanko übernehmen, derzeit stellvertretender Chefredakteur und Ressortchef Innenpolitik.

Rabl bestätigt dem STANDARD diese Pläne: "Das wird irgendwann einmal passieren." Wann ist irgendwann? "Sicher nicht in absehbarer Zeit." Was bedeutet in dem Fall absehbare Zeit? "Mindestens ein Jahr."

Nachfolgekandidat Kotanko (49) dementiert auf STANDARD-Anfrage noch: "Ein Gerücht" nennt er die Informationen. Nur in Rabls Abwesenheit übernehme er als stellvertretender Chefredakteur naturgemäß. Aber: "Daran ändert sich nichts." Jedenfalls "weiß ich nichts davon, der Status ist unverändert". Und Änderung desselben sei nicht in Sicht.

Im Management von Mehrheitseigentümer Raiffeisen nennt man die Information "Blödsinn". Christian Konrad, Generalanwalt des Agrarierkonzerns war Mittwoch unerreichbar.

Insider berichten, Rabl habe versucht, zusätzlich einen geschäftsführenden Chefredakteur zu installieren, um ihn vom Tagesgeschäft zu entlasten. Das ist zunächst aus Kostengründen gescheitert. Kotanko könnte die günstigere Alternative zu einem Engagement von außen bedeuten, wird spekuliert.

Der "Kurier" verlor laut jüngster Media-Analyse in einem Jahr 93.000 Leser verlor. Ein Zusammenhang wird in Abrede gestellt. (fid/DER STANDARD, Printausgabe vom 19.9.2002)

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    Peter Rabl

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