Mehr Warnungen vor Terroranschlägen als von Washington zugegeben

18. September 2002, 21:46
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Untersuchung des US-Kongresses

Washington - Die amerikanischen Geheimdienste haben weitaus mehr Warnungen über geplante Terroranschläge mit dem Einsatz von Flugzeugen erhalten als dies die US-Regierung bisher zugegeben hat. Das geht aus Ermittlungen des US-Kongresses zu den Terroranschlägen vom 11. September hervor, die am Mittwoch in der ersten öffentlichen Anhörung des zuständigen Untersuchungsausschusses publiziert wurden.

Die zuständige Stabsdirektorin Eleanor Hill erklärte, es gebe zwölf Fälle von Warnungen vor Anschlägen, bei denen Terroristen Flugzeuge als Waffen benutzen wollten. Der älteste Hinweis stamme aus dem Jahr 1994, der jüngste aus dem August 2001. Ein Monat vor den Anschlägen von New York und Washington habe der Geheimdienst Warnungen erhalten, Osama bin Laden plane einen Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft in Kenia oder wolle ein Flugzeug darauf stürzen lassen.

Im August 1998 hätten die US-Geheimdienste erfahren, dass eine "Gruppe von nicht identifizierten Arabern plant, eine mit Sprengstoff beladene Maschine aus einem ausländischen Staat ins World Trade Center zu fliegen", heißt es in dem von Hill vorgelegten Bericht weiter. Die Warnung sei an die Bundesluftfahrtbehörde und das FBI weitergeleitet worden, aber es sei daraufhin wenig unternommen worden. (APA/AP)

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