Bayer: Erste Vergleiche wegen Lipobay

18. September 2002, 15:56
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Weltweit über 2.000 Klagen anhängig

Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat nach eigenen Angaben die ersten Vergleiche mit Patienten geschlossen, die nach der Einnahme des Medikaments Lipobay schwere Nebenwirkungen erlitten hatten. "Wir haben nach Abwägung individueller Umstände im Einzelfall mehrere Vergleiche ohne Schuldanerkenntnis geschlossen", sagte ein Bayer-Sprecher am Mittwoch in Leverkusen. Wieviele Vergleiche bereits geschlossen wurden und welche Summe der Konzern an die Opfer bezahlt, wollte der Sprecher nicht sagen.

Weit über 2.000 Klagen

Bisher gebe es im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenkungsmittel Lipobay, das auch unter dem Namen Baycol verkauft wurde, weltweit weit über 2.000 Klagen, die meisten davon in den USA. "Wir gehen davon aus, dass die ersten Prozesse über Einzelklagen Anfang 2003 in den USA beginnen werden", sagte der Sprecher.

Der Konzern gehe weiterhin davon aus, keine Rückstellungen wegen Lipobay bilden zu müssen, da Bayer gegen Produkthaftungsrisiken versichert sei, betonte der Sprecher. Mit der Einnahme des vor einem Jahr vom Markt genommenen Medikaments werden weltweit etwa 100 Todesfälle in Verbindung gebracht. Die Rücknahme von Lipobay hatte bei Bayer im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch mitverursacht. (APA/Reuters)

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