Ofner: "Der Haider-Spuk muss vorbei sein"

18. September 2002, 15:46
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Ex-FPÖ-Justizminister sieht auch Haiders Ende in Kärnten

Wien - Klare Worte zur Rolle des Kärntner Landeshauptmanns und Ex-FPÖ-Chefs Jörg Haider in der Partei findet nun Ex-FPÖ-Justizminister Harald Ofner in der Infoillustrierten "News": "Der Haider-Spuk muss vorbei sein." In der Geschichte gebe es ein nachlesbares Phänomen, "dass 'Revolutionäre' - diese Rolle spielte er in der Innenpolitik sicherlich -, wenn sie ihre Ziele weitgehend erreicht haben, hinderlich sind für den weiteren Bestand der Sache. Stellt man Revolutionäre nicht ruhig, perpetuiert man die Revolution. Weil der Revolutionär mit Argusaugen zuschaut, was mit seinem Erbe gemacht wird, sich einmischt".

Auf die Frage, wie die FPÖ nun mit Haider umgehen solle, antwortet Ofner: "Ich glaube, dass mittlerweile viele der 400 Delegierten Katzenjammer haben, dass die Regierung wirklich futsch ist, wollten sie nicht." In Oberwart werde es darum gehen, die Dinge beim Namen zu nennen. "Das was passierte, ist kein Kavaliersdelikt." Ob es in Oberwart zu Parteiausschlüssen kommen werde? "Ich erinnere daran, dass ich zwischen 1983 und 1985 zwei Mal solche Anträge gegen Haider versucht habe. Ich stelle mir zumindest vor, dass beim Parteitag in Oberwart ein Trennungsstrich klar gezogen wird. Man wird sehen, wie sich die Kärntner und die 400 Delegierten verhalten."

Er, Ofner, rechne nicht damit, dass Haider beim Parteitag erscheint. "Wenn wer auf dem Schlachtfeld nicht erscheint, ist das ein Signal." Und: Haider werde jetzt, da der Bann gebrochen sei, die Kärntner Basis wegbrechen. Was sein Amt als Landeshauptmann angeht, meint Ofner, "ich glaube, er wird verabschiedet werden. Vom Wähler. Von den anderen Parteien. Er hat seinen Kredit verspielt. Er hat den Bogen überspannt."

Nun gelte es jedenfalls den Vertrauensschaden zu reparieren, und zwar in zweifacher Weise - gegenüber den Wählern, die vom "Wahnsinnigen in Kärnten" reden, vor allem aber der Vertrauensschaden im politischen Feld Österreichs. Denn sonst werde es keinem FPÖ-Obmann jemals mehr gelingen, mit anderen Parteien wieder normal reden zu können.

Was ihn wirklich negativ berühre, sei "wie leicht es geht, dass ein paar Entschlossene, die vor nichts zurückschrecken, sich keine Schranken auferlegen, denen nichts heilig ist, ein politisches Gefüge und eine halbe Regierung ins Wanken, zum Einsturz bringen können. Das für mich so erschreckende Fazit: Eine Staatskrise ist von einer entschlossenen Partei leichter auszulösen, als man glaubt. Leider Gottes". (APA)

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