Israel startet mit Pocken-Impfung für Einsatzkräfte

18. September 2002, 14:56
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Neue Behörde soll im Ernstfall Bergung von Toten koordinieren

Jerusalem - Aus Furcht vor einem möglichen Angriff durch den hat Israel damit begonnen, 15.000 Ärzte, Sicherheits- und Rettungskräfte gegen Pocken zu impfen. Das umfangreiche Immunisierungsprogramm sei im Krankenhaus Ichilov von Tel Aviv angelaufen, teilten die Ärzte am Mittwoch mit. Binnen zehn Tagen sollten die meisten der Kräfte geimpft werden, die bei einem irakischen Angriff mit Biowaffen zum Einsatz kämen. Im Golfkrieg vor elf Jahren hatte der Irak zur Vergeltung für die US-Angriffe 39 konventionell bestückte Scud-Raketen auf Israel abgefeuert. Dabei wurden zwei Menschen getötet und hunderte verletzt.

Innenminister Eli Yishai ordnete einem Zeitungsbericht zufolge die Gründung einer Behörde an, die im Katastrophenfall die Bergung, Identifizierung und Beisetzung "hunderttausender Toter" leiten soll. Die Einrichtung solle dem Innen- oder Religionsministerium oder den Sicherheitskräften unterstellt werden, berichtete die Tageszeitung "Haaretz". Für den Ernstfall kämen sechs städtische Grundstücke als zusätzliche Friedhöfe in Frage. Jischai betonte jedoch gegenüber dem Blatt, die Pläne stünden in keinem Zusammenhang mit dem Irak. Vielmehr sei an einen schweren Anschlag mit beispiellosen Folgen, einen militärischen Angriff oder ein Erdbeben gedacht worden.

Der Konflikt mit den Palästinensern sei für Israel gefährlicher als ein möglicher Angriff durch den Irak, sagte Generalstabschef Moshe Jaalon in einem Fernsehinterview. Ein Angriff auf den Irak sei "eine amerikanische Angelegenheit, die uns nicht betrifft", sagte Jaalon. "Wir sind gut vorbereitet." Entscheidend sei dagegen der Konflikt mit den Palästinensern, den Israel gewinnen müsse. (APA)

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