Stoiber will FDP-Politiker Möllemann nicht in seinem Kabinett

18. September 2002, 14:54
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Auch FDP-Chef Westerwelle distanziert sich wegen umstrittener Postwurfsendung von seinem Vize

Berlin - Der Kanzlerkandidat der deutschen Unions-Parteien, Edmund Stoiber, will im Falle eines Wahlsiegs den umstrittenen FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann nicht in seinem Kabinett haben. Das erklärte Stoiber am Mittwoch vor Journalisten in Berlin.

Vor dem Hintergrund einer neuen Kontroverse um Möllemann sagte Stoiber über den potenziellen Koalitionspartner FDP und ein Ministeramt für Möllemann: "Ich gehe davon aus, dass sie mir einen solchen Vorschlag nicht unterbreitet."

Möllemann als FDP-Vizechef und Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen ist mit neuen Äußerungen zum Nahost-Konflikt auch in der eigenen Partei auf heftige Kritik gestoßen. Israels Ministerpräsidenten Ariel Sharon warf er Kriegstreiberei vor und erklärte, an einer solchen Kritik werde ihn auch der Vize-Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, nicht hindern.

Möllemann hatte schon vor Monaten mit scharfer Israel-Kritik Proteste ausgelöst und Friedman indirekt vorgeworfen, dieser trage durch sein Verhalten selbst zum Antisemitismus bei.

FDP-Chef Guido Westerwelle distanzierte sich von Möllemann ebenso wie andere führende Politiker der Partei. Der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel sagte: "Möllemanns Verhalten ist unklug und überhaupt nicht mehr nachvollziehbar". Ihm selbst fehle langsam jedes Verständnis für Möllemanns Verhalten.(APA/dpa)

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