Junge Firmengründer leiden unter Geldmangel

18. September 2002, 14:41
posten

Neuer Fonds soll helfen - 100 Millionen Euro Gesamtvolumen geplant

Wien - Österreichs Jungunternehmern fehlt das Geld und ein innovatives Angebot an Start- und Wachstumskapital, beklagte der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Österreich (JWÖ), Manfred Pletzer, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die "angespannte Situation unter den Firmengründern". Es sei dringend notwendig, schnelle Aktionen zu setzen, betonte er. Daher habe man das Konzept des "Double Equity Fonds" entwickelt, der zur Hälfte mit günstigen ERP-Krediten sowie zu je einem Viertel von privaten Anlegern und aus dem Bundesbudget dotiert werden soll.

Im heutigen Finanzausschuss soll es zur Beschlussfassung für den Double Equity Fonds" kommen, so Pletzer, der sich durch diese neue Finanzierungsform einen deutlichen Impuls für Österreichs Jungunternehmer erwartet. In der Startphase, die für das erste Quartal 2003 geplant sei, werde der Fonds ein Volumen von 20 Mill. Euro aufweisen, im Endausbau 100 Mill. Euro. Dieses Ziel werde in drei bis vier Jahren erreicht werden, meinte Pletzer. Rene Alfons Haiden, Vizepräsident der Wirtschafstkammer Österreich (WKÖ), ist optimistischer und rechnet bereits in zwei Jahren mit dem Gesamtvolumen.

Fonds soll "unter Marktbedingungen agieren"

Der Fonds soll "unter Marktbedingungen agieren", betonte Pletzer, der mit einem professionellen Fondsmanagement "die Politik heraushalten" will. Das Management werde in der ersten Phase aus dem Kreis der neuen Austria Wirtschaftsservice (AWS) in Kooperation mit der Jungen Wirtschaft und der WKÖ stammen, berichtete der neue AWS-Geschäftsführer Peter Takacs. Wenn das Volumen steige, soll das Fondsmanagement international ausgeschrieben werden.

Neben der neuen Form der Kapitalbeschaffung für Jungunternehmer habe der Fonds den Vorteil, dass er sich durch die Hälfte-Beteiligung eines ERP-Kredites günstiger als ein normaler Fonds finanziere und damit entsprechend risikoreicher vorgehen könne, so Takacs. Der Betrag, der in den Fonds investiert werde, könne zudem als Eigenkapital in der Bilanz der jeweiligen Firma verbucht werden, erläuterte Haiden. Dies sei besonders in Zeiten von Basel II, den neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken, von Vorteil.

Trotz steigender Zahl der Unternehmensgründungen - 2001 waren es 27.000 neue Betriebe - liege Österreich bei den Neugründungen weit unter dem EU-Durchschnitt. Die größte Hürde für Jungunternehmer sei die Kapitalbeschaffung, so das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Jungen Wirtschaft: 71 Prozent der befragten Unternehmensgründer geben an, dass Jungunternehmer in Österreich nur "sehr schwierig" zu Kapital kommen.(APA)

Share if you care.