Argentinien: Bischöfe fordern Agrar-Subventionsabbau in EU und USA

18. September 2002, 14:36
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Kritik an der politischen Klasse Argentiniens

Buenos Aires/Berlin - Zwei argentinische Bischöfe haben den Abbau der Agrarsubventionen in der EU und den USA gefordert. Durch diese Subventionen sei die argentinische Landwirtschaft auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, kritisierten die Diözesanbischöfe Alcides Jorge Pedro Casaretto und Justo Oscar Laguna vor Journalisten in Freiburg. Zudem müsse die Rückzahlung laufender internationaler Kredite für das hochverschuldete Land zeitlich gestreckt werden, so die Bischöfe laut Kathpress vom Mittwoch.

Die Bischöfe kritisierten auch die politische Klasse ihres Landes. Notwendige Reformen zur Behebung der tiefen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise seien nicht eingeleitet worden. Laut Casaretto und Laguna fallen von den 36 Millionen Argentiniern mehr als 50 Prozent unter die nationale Armutsgrenze. Die Kirche in Argentinien engagiere sich mit Hilfe von 25.000 bis 30.000 Freiwilligen für die Betroffenen. So würden durch kirchliche Armenküchen rund 2,5 Millionen Menschen versorgt. Zugleich werde versucht, Zentren zur Arbeitsbeschaffung und Erziehung zu entwickeln, sagte Casaretto. Er ist seit drei Jahren auch Caritas-Präsident.

Die Bischöfe hoben hervor, dass die katholische Kirche, der 90 Prozent der Bevölkerung angehören, laut Umfragen als einzige öffentliche Institution noch Glaubwürdigkeit besitze. Casaretto hat einen Dialog mitinitiiert, der mit der Beteiligung von Regierung, Parteien und Zivilgesellschaft soziale und demokratische Reformen in Argentinien einleiten soll. Die beiden Bischöfe wollen im Rahmen einer Europareise auf die Probleme in ihrem Land aufmerksam machen. (APA)

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