Vöslauer schwimmt auf der stillen Welle

18. September 2002, 14:44
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Mineralwasserumsatz um fast 20 Prozent gestiegen - Start in Deutschland gelungen - Markteintritt in Ungarn steht bevor

Wien - Der zum Ottakringer-Konzern zählende österreichische Mineralwasserhersteller Vöslauer hat im ersten Halbjahr 2002 wieder zugelegt. Der Mineralwasserumsatz - inklusive dem Wellness-Getränk Balance - stieg um 18,4 Prozent auf 23,1 Mill. Euro. Am stärksten wuchs neuerlich der Absatz von stillem Mineralwasser sowie "Balance". Inklusive der in Lizenz abgefüllten Softdrinks Pepsi Cola, Seven up und Almdudler setzte die Vöslauer Mineralwasser AG 31,8 Mill. Euro um, eine Vergleichszahl wurde nicht genannt. Im Gesamtjahr rechne man weiter mit einem Umsatzplus von 10 Prozent, sagte Vöslauer-Chef Alfred Hudler am Mittwoch vor Journalisten in Wien.

Der Anteil von Vöslauer "ohne" lag in den ersten sechs Monaten bereits bei 16 Prozent nach 14 Prozent im Vorjahr, auf mildes Mineralwasser entfiel 27 (2001: 26) Prozent, auf das traditionelle prickelnde Wasser weiter der Löwenanteil von 57 (60) Prozent. Der Absatz von Balance - ein Mineralwasser mit natürlichen Aromen - stieg nicht zuletzt wegen der Einführung von zwei neuen Sorten ("Body", "Rose") um 76 Prozent. Im Gesamtjahr soll der Absatz auf 80.000 Liter verdoppelt werden.

Erfolgreich in Deutschland

Seit Juni gibt es Balance und Vöslauer Mineralwasser auch im Raum Berlin. Der Marktstart in Deutschland sei mit Listungen bei regionalen Marktführern Kaiser's (Tengelmann) und Reichelt sowie Lekkerland, KaDeWe, Kaufhof sowie Edeka sehr erfolgreich gelaufen. Grund für den guten Start sei auch die Kampagne mit dem deutschen Schwimm-Star Franziska van Almsick. Bis Jahresende soll in Deutschland 1 Mill. Euro umgesetzt werden. Dann soll auch die Entscheidung fallen, ob weitere Ballungsgebiete wie Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder München mit Vöslauer versorgt werden.

Beim geplanten deutschen Zwangspfand für Einwegverpackungen warte man derzeit, wer die neue Regierung stellen werde. Vöslauer sei eine der österreichischen Firmen, die auch per Klage gegen das Pfandsystem vorgehen und vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) feststellen lassen wollen, ob dieses EU-konform ist. Exportaktivitäten sollen demnächst auch in Richtung Ungarn starten. Dort seien die Listungsgespräche voll im Gange, so Hudler. Bei Auchan und Tesco wurde auch schon eine Listung erreicht. Bei der Auslandsexpansion werde man sich aber weiter auch einzelne Märkte konzentrieren, betonte der Vöslauer-Chef.

In Österreich stieg der Mineralwassermarkt im ersten Halbjahr nach Angaben des Forums Mineralwasser um 7 Prozent, allerdings sei es zu Veränderungen bei den Erhebungen gekommen, so Hudler. In der Gastronomie stieg der gesamte Mineralwasser-Konsum um 5,6 Prozent, während Vöslauer um 14,7 Prozent zulegte. Rund ein Fünftel des Vöslauer-Umsatzes stammt auch dem Gastrobereich, rund 80 Prozent aus dem Handel, wo der Marktanteil bei 36,3 Prozent liegt.

Limonaden rückläufig

Weiter rückläufig entwickelte sich in den ersten sechs Monaten der Absatz von traditionellen kohlesäurehältigen Limonaden, allerdings seien wegen des starken Preiskampfes auch keine Werbeaktivitäten gesetzt worden. Zuwächse gab es durch Neueinführung von Almdudler Sport. Im 2. Halbjahr soll eine neue Pepsi-Kampagne mit Britney Spears den Absatz wieder ankurbeln. Die Vöslauer Mineralwasser AG hat im ersten Halbjahr 133 Mitarbeiter beschäftigt.

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