Amnesty wirft Türkei Fortsetzung von Folter vor

18. September 2002, 18:10
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Organisation fordert die EU auf, der Türkei ein Ultimatum zur Abschaffung zu stellen

London - In der Türkei wird nach Angaben von amnesty international weiter gefoltert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht dokumentiert die Menschenrechtsorganisation über 60 Fälle von Folter und Misshandlung zwischen Jänner und Juni 2002. Zu den gängigen Foltermethoden gehören nach Darstellung von Amnesty Elektroschocks und sexueller Missbrauch. "Die Mehrzahl der Misshandlungen ereigneten sich während der in der Türkei nun zwar verkürzten, aber weiterhin legalen Haft ohne Kontakt zur Außenwelt", berichtete Amnesty. Die Organisation rief die EU dazu auf, dem Beitrittskandidaten Türkei ein Ultimatum zur Abschaffung dieser Art von Haft zu stellen.

amnesty warf der Türkei vor, bei ihren Gesetzesreformen das Problem von Folter in Polizeigewahrsam auszuklammern. "Die türkische Regierung muss sich vehement dafür einsetzen, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden", sagte die Amnesty-Mitarbeiterin Julia Duchrow. "Solange die Türkei Polizeihäftlingen keinen Kontakt zur Außenwelt gewährt, werden auch Folter und Misshandlungen nicht wirksam verhindert."(APA/dpa)

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