Irakische Opposition rechnet mit Sturz Saddam Husseins

18. September 2002, 12:59
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Monarchisten-Führer kritisiert Haltung der Europäer

Hamburg - Die irakische Exil-Opposition rechnet auch nach dem Einlenken Bagdads in der Frage der UN-Waffeninspektionen mit einem baldigen Sturz von Präsident Saddam Hussein. "Innerhalb der nächsten sechs Monate werden wir zurückkehren", sagte der Führer der Monarchisten, Sharif Ali bin Hussein, der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Der Cousin des 1958 ermordeten irakischen Königs Faisal möchte nach einem Regimewechsel in Bagdad die Monarchie erneuern. Er kritisierte die Haltung der Europäer. Wenn diese schon nicht militärisch eingreifen wollten, so müssten sie doch zumindest "aufstehen und sagen, dass Saddam ein Krimineller ist", forderte er.

Die Waffenkontrollen der Vereinten Nationen, die nach vierjähriger Pause demnächst wieder auf aufgenommen werden sollen, bezeichnete der Monarchist als zwecklos. "Die Inspektoren würde Saddam nur dann ins Land lassen, wenn sie dort nichts ausrichten können", sagte er. "Er würde ihnen nie bedingungslosen Zugang erlauben, denn dann fänden sie die biologischen und chemischen Waffen, über die er verfügt."

Der Vorsitzende des von Washington unterstützten Irakischen Nationalkongresses, Ahmed Jalabi, lobte unterdessen die Rede von US-Präsident George W. Bush vor den Vereinten Nationen. Darin habe dieser die Dinge in den richtigen Zusammenhang gerückt und gezeigt, dass es nicht um einen Angriff der Vereinigten Staaten auf den Irak gehe, sagte Jalabi der Zeitung. "Das irakische Volk will sich selbst befreien, und die Vereinigten Staaten helfen ihm dabei", fügte er hinzu. Die irakische Armee werde den Präsidenten nicht verteidigen. Er selbst strebe nach einem Ende der Herrschaft von Saddam Hussein kein Amt an.(APA/dpa)

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