Finnische Regierung will Geld für deutsche UMTS-Lizenz zurück

18. September 2002, 17:36
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UMTS-Auktion "größter industriepolitischer Fehler seit dem Zweiten Weltkrieg"

Der finnische Kommunikationsminister Kimmo Sasi hat sich für die Rückzahlung aller 50,5 Mrd. Euro für UMTS-Lizenzen in Deutschland ausgesprochen. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Kaupalehti" kritisierte Sasi außerdem die Bereitstellung von Geldern aus Berlin für den angeschlagenen deutschen Telekonzern MobilCom und meinte, die Bundesregierung müsse Ähnliches auch gegenüber allen anderen Inhabern deutscher Lizenzen für das neuen 3G-Telefunknetz leisten.

UMTS-Auktion "größter industriepolitischer Fehler seit dem Zweiten Weltkrieg"

Sasi begründete seinen Vorschlag damit, dass "die gesamte Telekommunikationsbranche nur auf diese Weise wieder auf die Füße kommen kann". Der konservative Politiker nannte die deutsche UMTS-Auktion vor zwei Jahren den "größten industriepolitischen Fehler seit dem Zweiten Weltkrieg".

Abgeschrieben

In Finnland selbst hatte der teilstaatliche Sonera-Konzern 4 Mrd. Euro für eine der deutschen Lizenzen komplett als Verlust abschreiben müssen. Das Unternehmen war nicht zuletzt wegen der Kosten für die zusammen mit dem spanischen Telefonica-Konzern vor zwei Jahren erworbene deutsche Lizenz in Schwierigkeiten geraten.

"Das ist eine vollkommen unverständliche Forderung"

Das deutsche Finanzministerium hat die Forderung nach Rückzahlung der UMTS-Milliarden an die Lizenznehmer mit Nachdruck zurückgewiesen. "Das ist eine vollkommen unverständliche Forderung, die von einer gewissen Unkenntnis des Auktionsverfahrens zeugt", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Berlin. (APA/dpa)

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