"Schwarzes Loch im irakischen Schreiben"

18. September 2002, 14:47
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Ex-UNO-Chefinspektor: Ohne ungehindertem Zugang keine Chance auf Feststellung des Waffenarsenals

Washington - Das irakische Angebot zur Wiederzulassung von Waffeninspektoren der Vereinten Nationen weist nach Einschätzung des ehemaligen Leiters der UNO-Abrüstungskommission für Irak erhebliche Lücken auf. Richard Butler sagte am Mittwoch dem Fernsehsender CNN: "Dieser Brief hat ein großes schwarzes Loch mit Blick auf die Bedingungen, unter denen die Inspektionen vorgenommen werden."

Die Aussage, sie dürften ohne Vorbedingungen in den Irak zurückkehren, klinge gut, sagte Butler zu dem UNO-Generalsekretär Kofi Annan übergebenen irakischen Schreiben. "Aber was wir wirklich hören müssen ist, dass man ohne Bedingungen überprüfen kann, so dass man zu jederzeit überall hingehen kann." Auf diesen Aspekt gehe das Schreiben nicht ein. "Das ist ein schwarzes Loch. Das ist eine bedeutsame Auslassung", sagte Butler, der die Inspektionen von 1997 bis 1999 leitete.

Wenn die UNO-Inspektoren nicht ungehinderten Zugang hätten, dann hätte sie nicht die geringste Chance festzustellen, ob der Irak über biologische, chemische oder atomare Waffen verfüge. "Die irakische Grundposition ist die Aussage, dass man keine Massenvernichtungswaffen hat", fuhr Butler fort. Das sei aber eine blanke Lüge.

In der Waffenstillstandsresolution zur Beendigung des Golf-Krieges war der Irak 1991 dazu verpflichtet worden, seine Bestände an Massenvernichtungswaffen sowie an Trägerraketen offen zu legen und zu vernichten und entsprechende Produktionsanlagen zu zerstören. Dies soll unter UNO-Kontrolle geschehen. Die UNO-Inspektoren verließen jedoch Ende 1998 das Land, da sie sich bei ihren Kontrollen vom Irak massiv behindert sahen.(APA/Reuters)

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