Kosovo-Flüchtlinge wollen Verwaltungsgrenze blockieren

18. September 2002, 11:27
2 Postings

Sofortige Rückkehr geflüchteter Serben gefordert

Belgrad - Eine Vereinigung geflüchteten Serben will am Samstag die Verwaltungsgrenze zwischen Kosovo und Serbien in der Nähe der Kleinstadt Kursumlija blockieren. Der Leiter der Vereinigung, Miroslav Solevic, sagte einem Lokalsender in Kursumlija, durch die Verkehrsblockade sollen die UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) und die serbischen Behörden bewegt werden, eine sofortige Rückkehr serbischer Flüchtlinge in die Wehe zu leiten. Die Zahl serbischer Flüchtlinge aus der Provinz wird auf etwa 200.000 geschätzt.

Solevic erklärte auch, dass die UNMIK auch die Sicherung von früheren Arbeitsplätzen der 1999 aus dem Kosovo geflüchteten Serben fordere. Demnach soll gesichert werden, dass 7.562 Serben ihre Arbeitsplätze in der Stromwirtschaft und 1.602 bei der Post zurückbekommen. Jeder zurückkehrenden Familie soll eine Nothilfe in Höhe von 1.000 Euro gesichert werden, um über den Winter zu kommen.

Die Blockade der Hauptverkehrsroute zwischen Pristina und der südserbischen Stadt Nis soll bis zur Erfüllung der Forderungen andauern, meldete der Sender. Solevic, einstiger Anhänger des jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic, der in den achtziger Jahren landesweit für massive Kundgebungen zu Gunsten des damaligen serbischen Kommunistenführers gesorgt hatte, musste im Frühjahr auf eine ähnliche Protestkundgebung bereits einmal verzichten. (APA)

Share if you care.