"El Jazeera"-Kameramann in Guantanamo gefangen

18. September 2002, 11:12
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Sender erfuhr erst nach Monaten durch Schreiben an Ehefrau von US-Haft

Doha/Kairo - Der arabische Fernsehsender "El Jazeera" (El Dschasira) hat die Freilassung eines ihrer Mitarbeiter gefordert, der nach Informationen des Senders auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba festgehalten wird. Der sudanesische Kameramann Sami Moheddine el Hadj sei im vergangenen Dezember in Afghanistan von amerikanischen Soldaten festgenommen worden, hieß es in einer Stellungnahme des Senders aus Katar vom Mittwoch. Er werde von den Amerikanern verdächtigt, Angehöriger des Terroristennetzwerks El Kaida zu sein.

"El Jazeera" erklärte, möglicherweise handle es sich um eine Verwechslung, da El Hadj nach Auskunft des sudanesischen Außenministeriums vor zwei Jahren den Verlust seines Passes gemeldet habe. Ein El-Kaida-Mitglied könne den Pass gestohlen haben. Der Sender habe mehrere Monate lang nicht gewusst, was aus seinem Mitarbeiter geworden sei, bis dessen Frau von ihrem Mann einen Brief aus der Haft erhalten habe, hieß es. Alle Versuche, bei der US-Botschaft in Katar Informationen einzuholen, seien gescheitert.

"El Jazeera" hatte während der intensiven US-Luftangriffe zeitweise als einziger ausländischer Fernsehsender aus Afghanistan berichtet. Der Nachrichtensender strahlte zudem mehrere Videos der Terrororganisation El Kaida von Osama bin Laden aus. Die Berichterstattung von "El Jazeera" hatte in den vergangenen Monaten mehrfach zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Doha geführt. (APA/dpa)

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