Schröder und Stoiber verkaufen alles für Stimmen

18. September 2002, 10:56
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"Wahlkampf zu Abart amerikanischer Gladiatorenkämpfe degeneriert"

Kopenhagen - Die linksliberale dänische Tageszeitung "Information" (Kopenhagen) meint zum Verlauf des deutschen Bundestagswahlkampfes:

"Der deutsche Wahlkampf ist zu einer Abart amerikanischer Gladiatorenkämpfe degeneriert. (...) Innerhalb von nur zwei Monaten hat sich Schröder dabei von einem sicheren Verlierer in einen vermutlichen Sieger verwandelt. Dass dieses Kunststück gelang, zeugt von der Labilität der Wähler. Aber es bezeugt wahrlich auch, mit welch harten Bandagen die beiden Spitzenkandidaten arbeiten. Der konservative Stoiber gibt sich als Beschützer des kleinen Mannes, der Sozialdemokrat Schröder als der des Großkapitals. Deutsche Politik handelt nicht mehr von Grundwerten. Alles steht zum Verkauf für ein paar Prozent in den Umfragen.

Die Medien, die so fleißig vor der "Amerikanisierung" warnen, marschieren mit Aufrechnungen voran, welcher Kandidat "am überzeugendsten wirkt". Sollte Kanzler Schröder am Sonntag gewinnen, wird der Sieg einen schalen Geschmack haben. Seine Wiederwahl beruht dann auf einem zentraleuropäischen Tiefdruck und einem irakischen Diktator. Sollte Stoiber gewinnen, geschähe das, weil er sich sozialdemokratischer als die SPD gibt. Und im letzten Moment die Zuwanderer tritt. Auch sein Sieg wäre schal." (APA/dpa)

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