"Große Wertvernichtung"

18. September 2002, 12:00
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Ex-Tyrolean-Chef Fritz Feitl geht mit dem Marken-Aus in der AUA-Gruppe hart ins Gericht

Innsbruck - Der langjährige Chef der inzwischen in den AUA-Konzern eingegliederten Fluglinie Tyrolean Airways, Fritz Feitl, hat scharfe Kritik am Aus für die Marke Tyrolean geübt. Seiner Ansicht nach würden große Werte vernichtet.

Er sehe das bevorstehende Aus des Markennamens Tyrolean "mit großem Schmerz und Unverständnis", wurde Feitl in der Mittwochausgabe der Tiroler Tageszeitung (TT) zitiert: "Tyrolean war und ist in ganz Europa eine anerkannte Marke."

AUA vernichtet mit ihrer Politik große Werte

Für Feitl vernichtet die AUA mit ihrer Politik große Werte. Zunächst habe man Tyrolean die Ergebnisverantwortung genommen. Nun falle auch noch die Marke weg. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch die Kosten- und Standortvorteile in Tirol verloren gingen. Schlussendlich werde Tyrolean dann völlig in der AUA aufgehen. "Meiner Ansicht nach hätte es bessere Lösungen gegeben als diese Wertvernichtung. Tyrolean war vor diesen unglücklichen Maßnahmen einige Milliarden Schilling wert."

Laut Feitl wäre es viel klüger gewesen, wenn die AUA 60 bis 70 Prozent an Tyrolean verkauft hätte und nur eine Sperrminorität behalten hätte. Dann hätte die AUA hohe Verkaufserlöse lukriert und trotzdem weiter Einfluss auf die Geschäftspolitik gehabt. Allerdings hätte Tyrolean dann wieder die nun versteckten Gewinne ausgewiesen, was der AUA offenbar ein Dorn im Auge sei.

Mittlerweile ist praktisch fix, dass sich Feitl "mit einem kleinen Anteil" bei der neuen Styrian Airways beteiligen wird. Styrian will ab dem Winterflugplan mit bis zu vier Flugzeugen von Graz und anderen Bundesländerflughäfen vor allem nach Deutschland fliegen. Dabei wird es zur Konfrontation auch mit AUA/Tyrolean kommen.(APA)

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Tyrolean

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    "Es hätte bessere Lösungen gegeben" - Ex-Tyrolean-Chef Fritz Feitl kritisiert die Markenstrategie der AUA-Vorstände.

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