Kein Strafverfahren gegen Bischof Krenn nach Aussagen zum Islam

18. September 2002, 10:48
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Staatsanwalt: Tatbestand der Verhetzung nicht gegeben

Linz/St. Pölten - Gegen den Diözesanbischof von St. Pölten, Kurt Krenn, wird es kein Strafverfahren im Zusammenhang mit seinen Aussagen zum Thema Islam geben. Die Sozialistische Jugend hatte Anzeige gegen Bischof Krenn wegen des Verdachts der "Verhetzung" erstattet. Die Staatsanwaltschaft Linz prüfte den Sachverhalt, stellte die Angelegenheit aber jetzt ein. Dies gab der leitende Linzer Staatsanwalt Siegfried Sittenthaler auf Anfrage der APA bekannt.

Krenn hatte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Oberösterreichische Rundschau" erklärt, dass der Islam eine "aggressive Religion" sei. Und weiters sagte Krenn laut "Rundschau": "Zwei Türkenbelagerungen waren schon, die dritte haben wir jetzt", nur "halt auf einem anderen Weg". Man solle aber trotzdem mit den Moslems "friedlich" und "anständig" umgehen. Man könne die Probleme nicht dadurch lösen, "dass die Christen die Muslime verfolgen oder umgekehrt, sondern dass es jeder besser macht im Sinn Gottes", so Krenn.

Gerade die letztgenannten Passagen zeigen, so Staatsanwalt Sittenthaler, dass es sich nicht um "Verhetzung" im Sinn des Strafgesetzbuches handle. Denn dieser Tatbestand wäre dann gegeben, wenn jemand zu feindseligen Handlungen, etwa gegen eine Religionsgemeinschaft, auffordert. (APA)

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