Schmerzhafte und schädliche Schuhmode

18. September 2002, 14:05
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OrthopädInnen warnen vor spitzen und hochhackigen Schuhen - Millionen Frauen tragen Langzeitschäden davon

Stuttgart - Die aktuelle Damenschuhmode ist ÄrztInnen ein Dorn im Auge. "Die Modelle tendieren zu einer sehr spitzen und sehr schmalen Form mit hohen und oft sehr dünnen Absätzen", sagte der Orthopäde und Sprecher des Ärzteverbandes MEDI, Norbert Metke, am Dienstag in Stuttgart. Häufiges Tragen solcher Schuhe führe vor allem zur Bildung eines so genannten Ballenwinkels (hallux valgus), der letztendlich nur operativ zu korrigieren sei.

Darüber hinaus könnten Schmerzen in Knie und Rücken sowie Verspannungen im Fuß und Unterschenkel auftreten. Nach ExpertInnenschätzungen haben acht Millionen Frauen allein in Deutschland einen Ballenwinkel, der operiert werden müsste. Eine Operation koste mehrere hundert Euro, hieß es. Sie werde von den Krankenkassen bezahlt, aber die Patientin könne in der Regel bis zu sieben Wochen nicht arbeiten.

"Medizinische Studien belegen, dass Männer viel seltener unter dem hallux valgus leiden als Frauen", berichtete Metke. Die Ursache dafür liege in der Schuhmode. "Es ist eindeutig nachgewiesen, dass das Tragen von zu spitzen und zu hohen Schuhen zu einem Ballenwinkel und einer Deformierung der übrigen Zehen führt." Der spitze Schuh drücke den Fuß vorne zusammen, der Absatz schiebe den Fuß zusätzlich nach vorne und verstärke so die Quetschung.

Da das Tragen hoher Absätze immer den Fußballen belastet, können den Angaben zufolge auch Knie- und Rückenschmerzen auftreten. Wegen der Verlagerung des Gewichts auf den Fußballen nehme die Trägerin automatisch eine Hohlkreuzstellung ein und gehe leicht in die Knie, um die Verschiebung des Schwerpunktes aufzufangen.(APA)

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