FPÖ-Kärnten will Reichhold auch als Spitzenkandidat

18. September 2002, 14:15
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Strutz empfiehlt im Parlament gegen Neuwahlen zu stimmen

Klagenfurt - Der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz spricht sich dafür aus, dass Infrastrukturminister Mathias Reichhold nicht nur die Partei, sondern auch die Funktion des Spitzenkandidaten bei der kommenden Nationalratswahl übernimmt. "Es wäre sinnvoll, wenn beides in einer Hand ist", erklärte er am Mittwoch gegenüber der APA.

Die Kärntner Freiheitlichen haben sich Dienstag am späten Abend in einer Sitzung der erweiterten Landesparteileitung in Villach einhellig für Reichhold als FPÖ-Obmann ausgesprochen. "Reichhold ist der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort", so Strutz. Er rät dem designierten Parteichef, sich ein "kompetentes und loyales" Team zur Seite zu stellen, um mit der FPÖ "neu durchstarten zu können".

20 Jahre FPÖ-Erfahrung

Infrastrukturminister Mathias Reichhold habe politische Erfahrungen auf allen Ebenen als Generalsekretär, EU-Abgeordneter, Landeshauptmannstellvertreter, Kammerfunktionär, Parlamentarier und Regierungsmitglied gesammelt und kenne auch die Stärken und Schwächen der FPÖ aus seiner 20-jährigen Tätigkeit, davon großteils an der Seite von Jörg Haider, sehr genau, stellte der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz weiters fest

Die FPÖ-Kärnten traue Reichhold zu, die Freiheitlichen erfolgreich in einen Nationalratswahlkampf zu führen. Sie wird ihn dabei nach Maßgabe aller Kräfte und auf allen Ebenen unterstützen. Strutz betonte, die Voraussetzungen für ein "neues Durchstarten" seien gegeben. "Die Geschlossenheit der Partei ist wiederhergestellt und ab heute konzentriert sich die Kraft der Freiheitlichen wieder ausschließlich auf den politischen Gegner", sagte er.

Kärntens Strutz empfiehlt gegen Neuwahl-Antrag zu stimmen

Der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz ist gegen die Auflösung des Parlaments und gegen Neuwahlen. Er sehe dafür keinen Grund, sagte Strutz am Donnerstag. Er sei daher der Ansicht, dass die FP-Fraktion im Nationalrat dem Neuwahlantrag nicht zustimmen sollte. Kommt es doch dazu, solle der designierte Parteichef Mathias Reichhold auch FP-Spitzenkandidat sein, forderte Strutz.

"Der Koalitionspartner hat Neuwahlen mutwillig vom Zaun gebrochen", so Strutz. Zwar sei Parteichefin Susanne Riess-Passer zurückgetreten, doch führe sie ganz normal ihre Geschäfte als Vizekanzlerin, so wie auch Finanzminister Karl Heinz Grasser sein Amt versehe. Lediglich auf Grund eines angekündigten Ministerwechsels seien Neuwahlen nicht notwendig. Strutz verwies in einem ORF-Interview darauf, dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel schon einmal, nämlich 1995, Neuwahlen erzwungen habe.

Im Falle einer Neuwahl sollte Reichhold auch als Spitzenkandidat für die Freiheitlichen antreten, forderte Strutz. Dies sei seine persönliche Meinung, die mit dem derzeitigen Spitzenkandidaten, Sozialminister Herbert Haupt, nicht akkordiert sei. (APA)

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