bauMax: Kräftiges Wachstum im Osten

18. September 2002, 15:52
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Heimwerkerkette mit 23 Prozent mehr Umsatz in den Nachbarländern, jedoch minus 4,5 Prozent in Österreich - Für heuer Ergebnisverbesserung erwartet

Wien - Die Osteuropa-Filialen haben bauMax im ersten Halbjahr 2002 einen kräftigen Wachstumsschub verliehen und ein Sinken des Umsatzes auf Konzernebene verhindert. In den ersten sechs Monaten konnte die börsenotierte Heimwerkerkette ihren Umsatz um 5,3 Prozent auf 436,1 (414) Mill. Euro steigern, das Ergebnis vor Steuern (EGT) legte um 5,1 Prozent auf 6,8 (6,5) Mill. Euro zu. Im Gesamtjahr 2002 will bauMax einen Umsatz von etwa 900 Mill. Euro erreichen. Eine Ergebnisprognose lag im Vorfeld der Halbjahres-Pressekonferenz zunächst nicht vor.

In den vorgelegten Halbjahreszahlen naturgemäß noch nicht enthalten sind die Schäden, die bauMax durch die Hochwasserkatastrophe im vergangenen August erlitten hat. Nach früheren Aussagen des Unternehmens sind durch die Fluten massive Hochwasserschäden an drei tschechischen und einem österreichischen Standort entstanden, die nicht oder kaum durch Versicherungen gedeckt sein dürften. Wie stark sich die Schäden in den Bilanzen niederschlagen würden sei "noch nicht absehbar", hatte es Anfang September geheißen.

Wachstumsmotor Osteuropa

Der Wachstumsmotor der Do-it-Yourself-Kette lag in den ersten sechs Monaten eindeutig in den Auslandsmärkten Osteuropas, die mittlerweile 42 Prozent des Konzernumsatzes beitragen. In Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien wuchs der Bruttoumsatz um mehr als 23 Prozent auf 180,7 Mill. Euro. In Österreich sind die Erlöse auch durch die Schließung von fünf kleineren Märkten um 4,5 Prozent auf 255,4 Mill. Euro gesunken. Der bereits seit Jahren beklagte Preisverfall hat im Inland darüber hinaus auch heuer angehalten. Laut Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) sei der österreichische Do-it-Yourself-Markt zuletzt um vier Prozent geschrumpft, betont bauMax in einer Pressemitteilung.

Im Inland setzt das Handelsunternehmen weiter auf die Straffung seines Filialnetzes und die Schaffung größerer Verkaufsflächen. Während in den vergangenen Monaten allein in Wien-Simmering fünf kleinere Filialen geschlossen wurden, eröffneten drei neue Großflächenmärkte in Klosterneuburg, Amstetten und Graz. Für das zweite Halbjahr steht der Umbau von Märkten in Leoben, Stockerau und Linz-Leonding an. In den Nachbarländern sollen bis Jahresende eine Filiale neu eröffnet sowie elf Outlets erweitert werden.

Ergebnisverbesserung erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet bauMax ein "überproportional steigendes Ergebnis", das um fünf bis 10 Prozent über dem des Vorjahres liegen werde, erklärte der Vorstandsvorsitzende der börsenotierten Heimwerkerkette, Martin Essl am Mittwoch vor Journalisten. Der erwartete Umsatz werde mit 900 Mill. Euro etwas unter den Erwartungen liegen, das Wachstum werde dennoch "fast zweistellig" sein, sagte Essl. Neben dem guten Geschäft in Osteuropa tragen Einsparungen und optimierte Lagerhaltung zur besseren Gewinnsituation bei. Nächstes Jahr will man die 1 Mrd.-Euro-Umsatzmarke überspingen.

Die Gewinnsteigerung werde unabhängig von den Hochwasserschäden zustande kommen, die bauMax in vier Filialen zu beklagen hatte, zeigte sich Essl zuversichtlich. Die entstandenen Schäden könne man noch nicht beziffern. Mittelfristig werde sich das Hochwasser in einer leichten Umsatzsteigerung niederschlagen, meinte der bauMax-Chef. Die Umsatzeinbußen in den ersten Tagen der Wetterkatastrophe würden sich mit den zusätzlichen Geschäft in den Folgewochen in etwa ausgleichen.

"Klare Nummer 1"

Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen bekräftigte Essl den Anspruch von bauMax, die "klare Nummer 1" im österreichischen Do-it-Yourself-Markt zu sein. "Es kann keine Rede davon sein, dass wir in Österreich ein Rückzugsgefecht liefern." Essl reagierte damit auf die kürzlich gefallene Äußerung des Mitbewerbers OBI, mittelfristig die Marktführer werden zu wollen. Anfang September war ein Franchisenehmer, der in der Steiermark 6 Standorte betreibt, zu von der ÖBAU-Gruppe zu OBI gestoßen. Selbst wenn OBI "alle (Partner der ÖBAU-Gruppe, Anm.) bekäme, wären sie immer noch deutlich kleiner als wir", sagte Essl. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Regioplan führt bauMax auf dem österreichischen Do-it-Yourself-Markt, gefolgt von RWA, OBI, Bauhaus und Hagebau. (APA)

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    Vorstandsvorsitzender Martin Essl

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