Amnesty kritisiert Eritrea wegen politischer Gefangener

18. September 2002, 09:37
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Journalisten im Hungerstreik - Jahrelange Haft ohne Anklage

Nairobi/Asmara - Zahlreiche politische Gefangene in Eritrea werden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) ohne rechtliche Grundlage in Gefängnissen festgehalten. Wie ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht der in London ansässigen Organisation anprangert, sitzen die Oppositionellen, unter ihnen ehemalige Parlamentarier und Journalisten, seit einem Jahr in Gefangenschaft, ohne dass eine Anklage gegen sie erlassen wurde.

Sie seien im Rahmen einer Offensive gegen Regimekritiker festgenommen und mundtot gemacht worden. "amnesty" äußerte sich besorgt über ihren Gesundheitszustand. Einige der Journalisten hatten im April dieses Jahres mit einem Hungerstreik gegen ihre Inhaftierung protestiert. Daraufhin seien sie vom Gefängnis in der Hauptstadt Asmara an unbekannte Orte gebracht worden.

Die Häftlinge würden ohne jede Grundlage und entgegen den Bestimmungen internationaler Konventionen festgehalten, die auch Eritrea unterzeichnet habe, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Versuche von amnesty-Mitarbeitern, darüber direkt mit eritreischen Politikern zu verhandeln, scheiterten an der Verweigerung ihrer Visa.

Sechs ehemalige Regierungsmitglieder und Armeegeneräle warten derzeit ebenfalls in Haft auf ihre Verurteilung. Ihnen wird vorgeworfen, im Mai 2000 den Sturz von Präsident Issaias Afewerki geplant zu haben. Nach Informationen internationaler Beobachter gibt es für diese Anschuldigungen keine Beweise.(APA/dpa)

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