Japan setzt weiter auf Todesstrafe

18. September 2002, 11:16
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Zwei Verurteilte gehenkt - Scharfe amnesty-Kritik - Angehörige und Anwälte erst hinterher informiert

Tokio - Zum ersten Mal seit neun Monaten hat Japan am Mittwoch die Todesstrafe vollstreckt. Zwei Verurteilte seien gehenkt worden, teilte das Justizministerium mit. Angaben zu Identität und Delikten wurden wie üblich nicht gemacht, auch die Angehörigen werden in Japan erst nach der Hinrichtung benachrichtigt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai), die die Todesstrafe in Japan als "willkürlich und grausam" kritisiert, sollte unter anderem ein 1976 festgenommener Sprengstoffattentäter hingerichtet werden. Das Oberste Gericht hatte seine Berufung 1994 abgewiesen.

"amnesty" kritisierte, die Hinrichtung sei mit Absicht in die Parlamentsferien gelegt worden, um die Kritik von Parlamentariern und Öffentlichkeit zu verhindern. Auch sei der Todeskandidat nur Stunden vor der Hinrichtung informiert worden. Die Benachrichtigung von Angehörigen oder Anwälten sei ihm verboten worden.(APA)

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