Burundi: Friedensgespräche geplatzt

23. September 2002, 14:31
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Hutu-Rebellengruppe zieht sich von Verhandlungen zurück

Nairobi/Bujumbura - Eine einflussreiche Hutu-Rebellengruppe hat sich aus den geplanten Friedensgesprächen in Arusha (Tansania) zurückgezogen. Lokalen Medienberichten vom Freitag zufolge begründeten die so genannten "Kräfte zur Verteidigung der Demokratie" (FDD) ihren Schritt vom Donnerstag mit dem Massaker, das Regierungssoldaten an 173 Zivilisten begangen haben. Am Donnerstag hatte die Armee des ostafrikanischen Bürgerkriegslands sich zu dem Vorfall in der Provinz Gitega in der vergangenen Woche bekannt.

Armeesprecher Augustin Nabampema räumte in der Hauptstadt Bujumbura den Rebellen Mitschuld ein. Sie hätten die Zivilisten, unter ihnen zahlreiche Frauen und Kinder, zu ihren Geiseln oder Komplizen gemacht.

Der Vorsitzende der Menschenrechtskommission im Parlament, Leonidas Ntibayazi, hatte am Dienstag von 183 Toten gesprochen und eine offizielle Untersuchung gefordert. Augenzeugen berichteten Ntibayazi zufolge, uniformierte Männer seien in Hütten auf zwei Hügeln der Ortschaft Iteba eingedrungen, hätten ihre Opfer zu Boden gezwungen und erschossen. In der Region liefern sich seit Wochen Soldaten der von Tutsis geführten Armee Präsident Pierre Buyoyas und Rebellen heftige Kämpfe.

In Burundi kämpfen seit neun Jahren Milizionäre vom Stamm des Mehrheitsvolkes der Hutus gegen die Minderheitenregierung der Tutsis, die nur 14 Prozent der Bevölkerung stellen. In dem Krieg starben bisher mindestens 200.000 Menschen.

Die neue Runde des vergangenen Monat wiederaufgenommenen Dialogs sollte ursprünglich unter Vorsitz des stellvertretenden Präsidenten Südafrikas, Jacob Zuma, am Donnerstag beginnen. (APA/dpa)

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