Spielbericht: Fünf "Veilchen" für Donezk

18. September 2002, 17:15
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Nach einem frühen Gegentreffer zeigte die Austria Moral und zerlegte Donezk mit begeisterndem Offensivfußball

Wien - Die Austria sollte im UEFA-Cup zumindest auch noch in der zweiten Runde tanzen. Mit dem 5:1 am Dienstag im Ernst-Happel-Stadion gegen Schachtjor Donezk schufen sich die Wiener eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel in 14 Tagen. Nach exakt siebenjähriger Europacup-Abstinenz kehrten die Wiener im Duell mit dem ukrainischen Double-Gewinner eindrucksvoll auf die internationale (UEFA-Cup)-Bühne zurück. Und dies, obwohl die Gäste in der 16. Minute aus einem Konter 1:0 in Führung gegangen waren, die aber der überragende Janocko (2), Djalminha und knapp vor Schluss der eingewechselte Helstad (2) in ein 5:1 verwandelten.

Überlegene Austria

Die Austria ließ sogar noch einige weitere Chancen gegen die ab der 50. Minute dezimierten Gäste ungenützt. Subow war nach einem groben Foul an Dospel mit gestrecktem Bein in Kniehöhe ausgeschlossen worden. Hatten die Wiener vor Seitenwechsel bei ihren Toren auch etwas Abschlussglück gehabt, so war ihnen bei ihren weiteren guten Möglichkeiten (vor allem Gilewicz und Djalminha) weniger hold. Erst der in der 80. Minute für den Brasilianer eingewechselte Norweger Helstad schoss mit seinen Treffern in der 85. Minute (Vorarbeit Flögel) und 87. (Janocko) die Austria wohl schon in die zweite Runde.

Nervöser Anfang

Die Austria begann (wie auch der Gegner) zurückhaltend, nervös und fehlerhaft. So auch beim Führungstor der Ukrainer, wobei auch der englische Schiedsrichter etwas mitspielte. Statt Foul für die Violetten an der Strafraumgrenze nach einer rüden Attacke von Gleveckas an Gilewicz ließ er weiterlaufen, Schachtjor konterte, Timoschtschuk spielte Bjelik frei (die Austria-Abwehr ließ sich überraschen) und der Donezk-Stürmer lief durch und schloss trocken zum 1:0 für seine Elf ab (16.)

Doppelschlag

Damit hatten die Ukrainer aber ihr Pulver für den weiteren Verlauf der ersten Hälfte verschossen, während die Austria "ins Rollen kam". Zunächst scheiterte Djalminha in der 23. Minute noch an Kowalewski, ein Doppelschlag (33./35.) beförderte die Hausherren aber auf die Siegesstraße. Janocko schoss einen Freistoß zunächst in die Mauer, kam aber wieder an den Ball und hämmerte diesen aus 20 m mit dem linken Fuß in die rechte Kreuzecke - 1:1.

Cooler Brasilianer

Zwei Minuten später war Gilewicz nach Longpass von Akoto rechts durch, sein Stanglpass wurde von seinem polnischen Landsmann Kowalewski aber nicht festgehalten, Janocko war zur Stelle und schloss überlegt zum 2:1 ab. Knapp vor der Pause wehrte Gleveckas eine Kopfballvorlage von Djalminha für Gilewicz mit der Hand ab, dieser wäre zwar frei zum Schuss gekommen, es gab aber Elfer. Der Brasilianer schupfte den Penalty in die Mitte, Kowalewski war mit der Hand noch dran, es stand aber 3:1.

Helstad traf zweimal

Nach der Pause hatten die Wiener durch Janocko (sehenswerter Heber), Djalminha, vor allem aber Gilewicz einige gute Möglichkeiten auf das vierte Tor, das dann endlich in der 85. durch Helstad fiel, der zwei Minuten später noch einmal traf. Aber auch die Ukrainer hatten ihre Chancen. Beim Abseitstor durch Bjelik (49.) war die Entscheidung umstritten und der Kopfball von Gai in der 63. Minute verfehlte auch nur hauchdünn sein Ziel.(APA)

UEFA-Cup/1. Runde/Hinspiel:

  • Austria Wien - Schachtjor Donezk 5:1 (3:1)
    Wiener Ernst Happel-Stadion, 13.100 Zuschauer, Schiedsrichter Andrew D'Urso (ENG)

    Torfolge:
    0:1 (16.) Bjelik
    1:1 (33.) Janocko
    2:1 (35.) Janocko
    3:1 (45.) Djalminha (Handelfer)
    4:1 (85.) Helstad
    5:1 (87.) Helstad

    Austria: Mandl - Akoto, Ratajczyk, Dheedene - Scharner, Flögel, M. Wagner (88. Hasek), Panis (36. Dospel) - Janocko, Djalminha (80. Helstad) - Gilewicz

    Schachtjor: Kowalewski - Starostjak, Gleveckas (46. Lewandowski), Florea (74. Konjuschenko) - Subow, Timoschtschuk, Popow (58. Bacharew), Gai - Bjelik, Worobjew

    Rote Karte: Subow (50./Foul an Dospel)

    Gelbe Karten: Popow, Florea, Bjelik

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Thorsten Helstad, kurz zuvor für Djalminha ins Spiel gekommen, sorgte mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Minuten für den 5:1 Endstand.

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