Prozess wegen Kriegsverbrechen vor Militärgericht in Nis

17. September 2002, 18:54
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Dürfen Soldaten Befehle zurückweisen?

Belgrad - Vor dem Militärgericht in der südserbischen Stadt Nis hat am Montag laut dem Belgrader Sender "B-92" ein Prozess gegen vier Militärs wegen Ermordung zweier albanischer Zivilisten im Kosovo-Dorf Kusnik bei Prizren im April 1999 begonnen. Laut dem Sender ist die jugoslawische Militärjustiz durch den Prozess an einen Wendepunkt gelangt. Zum ersten Mal wird nämlich vor Gericht auch das Recht eines Soldaten erwogen, den Befehl von Übergeordneten zurückzuweisen, berichtete der Sender.

Militärankläger Aleksandar Stanojevic hatte zu Prozessbeginn am Montag die Ermordung von zwei Albanern, deren Identität unbekannt ist, als Kriegsverbrechen eingestuft. An der Ermordung beteiligt waren Oberst Zlatko Mancic, Hauptmann Rade Radojevic und die Wehrdienstleistenden, Danilo Tesic und Miso Sergej. Tesic und Sergej hätten laut Anklage die beiden albanischen Zivilisten auf Befehl ihrer Offiziere ermordet, meldete der Sender. Diese hatten im Ermittlungsverfahren allerdings bestritten, einen solchen Befehl erteilt zu haben. (APA)

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