Ein Hotel schwebt in den Wolken der Stadt

17. September 2002, 19:22
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Hilton-Umbau: Im Puffer der Welterbezone wird wieder gebaut

Wien - Das Wiener Hotel Hilton am Stadtpark wird ab Anfang nächsten Jahres um 175 Millionen Euro komplett renoviert. Das Haus wird sowohl außen als auch innen nach Plänen von Stararchitekt Hans Hollein und des Londoner Architekturbüros Robinson, Conn and Partnership neu gestaltet werden, kündigte Direktor Rico de Schepper an.

Auffälligstes Merkmal des neu gestalteten Hilton wird der von Hollein vorgesehene Aufbau sein, der das Gebäude optisch abschließen soll. Diese Stahl-Glas-Konstruktion wirke "fast wie eine dahinflimmernde Wolke", sagte der Architekt. Damit werde der Umgebung und auch dem geplanten Bauprojekt Wien-Mitte baulich Rechnung getragen.

Womit Hollein auch einen der derzeit sensibelsten Punkte in der Wiener Stadtplanung anspricht. SP-Planungsstadtrat Rudolf Schicker meint dazu, dass für den Umbau keine Umwidmung notwendig sei.

Er sieht in dem Hilton-Bau auch keine Gefahr für das Weltkulturerbe Innere Stadt. Man werde das Projekt der Unesco "nicht verschweigen" und im Bericht, der bis Oktober an das Welterbekomitee geliefert werden muss, erwähnen.

Das Komitee wird dann in seiner nächsten Sitzung im Juni 2003 eine schwer wiegende Entscheidung treffen müssen: Ob Wiens Innere Stadt weiterhin als "Welterbe" gilt oder dieses Prädikat aberkannt wird. Wiederholt hat Michael Petzet, Präsident jener Kommission, die Empfehlungen zum Welterbe ausspricht, kritisiert, dass das wahre Ausmaß der Wien-Mitte-Türme der Unesco verschwiegen worden sei. Die unmittelbare Nachbarschaft des Komplexes, an dem bereits gebaut wird, beeinträchtige aber die historisch wertvolle Kulturlandschaft der Inneren Stadt.

Größter Saal

Dessen ungeachtet soll der Umbau am Stadtpark das Hilton zur Nummer eins unter Österreichs Hotelkonferenzzentren machen. DerVeranstaltungsbereich soll 2000 Personen Platz bieten. Der größte Saal mit einer Kapazität von 1000 Personen wird damit Österreichs größter Konferenzsaal.

Die Zahl der Zimmer wird reduziert, dafür werden in den Glasaufbau Wohnungen und Büros integriert, sagte Hilton-Miteigentümer Hanno Soravia. Insgesamt stünden 2500 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, die langfristig vermietet werden sollen. Der Mietpreis werde entsprechend der Lage 17 bis 20 Euro pro Quadratmeter betragen, so Soravia. Die Gesamtfläche des Komplexes umfasst dann rund 35.500 Quadratmeter.

Der Name Hilton werde während der Umbauzeit nicht vom Markt verschwinden, da es in Wien noch das "Hilton Plaza" und das "Hilton Danube" gebe, sagte de Schepper. In diesen beiden Häusern soll der Großteil der Stadtpark-Gäste in der 14-monatigen Umbauphase untergebracht werden. Auch ein Teil der Mitarbeiter werde bis zur Wiedereröffnung im Frühjahr 2004 in den Schwesterhotels weiter beschäftigt, für die anderen gebe es eine Wiedereinstellungsgarantie. (zwi, aw/ DER STANDARD, Printausgabe, 18.9.2002)

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