Greenpeace verklagt wegen des Chemiewerks "Spolana" Prager Behörde

17. September 2002, 18:04
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Verweigere Angaben über die vorgesehene Entsorgung von Dioxin und Quecksilber

Prag - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat wegen der geplanten Entgiftung des elbenahen Chemiewerks "Spolana" in Neratovice (Böhmen) Klage gegen die tschechische Treuhandanstalt FNM eingereicht. Die Behörde verweigere gesetzeswidrig Angaben über die vorgesehene Entsorgung von Dioxin und Quecksilber, sagte ein Sprecher von Greenpeace am Dienstag in Prag. Nach Einschätzung der Organisation besteht bei einer undurchsichtigen Vergabe des millionenschweren Auftrags zur Entgiftung die Gefahr von Korruption.

Experten von Greenpeace trafen am Dienstag in Neratovice mit Kommunalpolitikern zusammen, um über die Situation in der Umgebung des umstrittenen Chemiewerks zu diskutieren. Nach Angaben des Prager Rundfunks wollen zahlreiche Bewohner der Stadt aus Angst vor einer Vergiftung den Wohnort wechseln.

"Spolana" hatte eingeräumt, dass das Hochwasser vor vier Wochen Chemikalien ausgespült hatte. Zudem habe der zweimalige Ausstritt von Chlorgas das Vertrauen der Menschen in das Unternehmen erschüttert, sagte einer der Politiker am Dienstag. (APA/dpa)

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