Schlagabtausch zwischen Lega Nord und Vatikan

17. September 2002, 16:12
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"L'Osservatore Romano" weist Agitation gegen "rote Priester" zurück

Vatikan - Zwischen dem Vatikan und der rechtspopulistischen Partei "Lega Nord" ist es zu einem erneuten Schlagabtausch über die Einwanderungspolitik gekommen. Die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" kritisierte laut Kathpress in einem Kommentar Äußerungen "des mit Jörg Haider befreundeten" Bürgermeisters von Treviso, Giancarlo Gentilini. Der zum radikalen Parteiflügel gehörende Politiker hatte bei einer "Lega"-Kundgebung in Venedig seine Zuhörer gewarnt, sie sollten sich in Acht nehmen vor Journalisten und vor "den roten Priestern, die die Einwanderer nach Italien unterstützen".

Weiter sagte er, den illegal in Italien lebenden Ausländern solle man nicht nur Fingerabdrücke abnehmen, sondern auch "Abdrücke der Füße und der Nase". Die Vatikanzeitung schrieb, Gentilini habe mit diesen Äußerungen den Tiefpunkt erreicht. Seine Ausführungen seien unsäglich, insbesondere nach der jüngsten Tragödie in Sizilien, wo am Wochenende 15 Afrikaner beim Untergang eines Einwanderer-Schiffs ums Leben gekommen waren. (APA)

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