Golf: Schlagartig unter Druck

17. September 2002, 14:30
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Brier fehlen 50.000 Euro - Folgen einer Turnierabsage

Oberwaltersdorf - Sagen wir so, Österreichs Golfsport hat schon bessere Zeiten erlebt. Nur zwei Wochen vor dem geplanten Abschlag zum Austrian Golf Masters mussten die Organisatoren das in Kitzbühel geplante Turnier aus finanziellen Gründen absagen. Was an sich blöd genug ist, aber noch dazu weitreichende Folgen hat.

So werden sich Turnierveranstalter im Ausland künftig gut überlegen, österreichische Golfer einzuladen - heuer wurde noch eingeladen, im Gegenzug hätten diverse ausländische Spieler in Kitzbühel antreten sollen, das wird jetzt aber nicht gespielt. Dann wird die Challenge Tour, nach der European Tour quasi die zweite europäische Liga, wohl nicht so rasch ein zweites Turnier an Österreich vergeben. Immerhin scheinen die Austrian Open, die heuer am GC Murhof stattfanden und vom Wiener Markus Brier gewonnen wurden, auch für die nächsten Jahre gesichert.

Konstant schlechter als im Vorjahr

Die Open waren Briers bestes Turnier in dieser Saison, leider hat er auf der European Tour nie diese Form erreicht. Zuletzt verpasste er beim German Masters den Cut, wobei er im Schnitt auch heuer in zwei von drei Turnieren cuttete. "Aber leider war's konstant etwas schlechter als im Vorjahr." So fehlt ihm als 129. der Rangliste ein gutes Resultat auf den 115. Platz, der automatisch die Tourkarte für nächstes Jahr bedeutet. Nach einer durch den Ryder Cup bedingten Pause sind noch vier Turniere ausständig, Brier strebt den einen oder auch den anderen Spitzenplatz an. "126.000 Euro hab' ich heuer verdient, 50.000 werd' ich schon noch brauchen."

Im Falle eines Scheiterns wird sich Brier im November im letzten Abschnitt der so genannten Qualifying School wiederfinden, sie bedeutet die letzte Chance zur Qualifikation. Knapp 200 Golfer spielen ständig auf der European Tour, zu den 115 der jeweils vorigen Saison kommen 15 direkte Aufsteiger aus der Challenge Tour und 35 aus der Qualifying School, dazu einige ehemalige Sieger. Brier ist vor zwei Jahren als Zweiter der Challenge Tour hinaufgekommen, davon sind andere Österreicher momentan weit entfernt. "Golfen", sagt Brier, "ist kein Honiglecken." (fri, DER STANDARD, Printausgabe 17.9.2002)

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