Die deutschen Parteien plakatieren ihre führenden Köpfe

17. September 2002, 14:22
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Von "Ein moderner Kanzler" über "Kompetenz für Deutschland" bis "Außen Minister, innen grün"

Berlin - Im Endspurt vor der Wahl des Deutschen Bundestages am 22. September setzen SPD und Unions-Parteien ebenso wie Grüne und FDP auch in der Werbung ganz auf ihre Spitzenkandidaten. Die SPD zeigt auf einem Plakat Bundeskanzler Gerhard Schröder mit dem Slogan "Ein moderner Kanzler für ein modernes Land". CDU und CSU präsentieren ihren Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber mit den Worten "Kompetenz für Deutschland".

Die Grünen zeigen ihren Spitzenkandidaten, Außenminister Joschka Fischer, unter dem Motto "außen Minister, innen grün". Die FDP schreibt, "die Zeit ist reif" für ihren Kanzlerkandidaten Guido Westerwelle. Nur die Reformkommunisten haben keinen Spitzenkandidaten benannt und verzichten auf eine solche Personalisierung.

Die Sozialdemokraten warben schon im ersten Teil des Wahlkampfs unter dem generellen Motto "Für ein modernes Deutschland" vor allem mit Schröder. Da war ein nachdenklicher Kanzler bei der spätabendlichen Arbeit am Schreibtisch zu sehen: "Das Ziel meiner Arbeit? Dass alle Arbeit haben."

Zu einem Bild des Kanzlers im Fond eines Autos hieß es: "Wie viel ein Mensch lernt, ist seine Sache. Dass er die Möglichkeit dazu hat, unsere." Ein Foto von Gerhard Schröder mit seiner Ehefrau Doris wurde mit dem Text versehen: "Wie wichtig es ist, dass Frauen Kinder und Karriere vereinbaren können, höre ich jeden Tag. Zu Hause."

Die Union begann ihre Kampagne unter dem Motto "Zeit für Taten" insbesondere mit dem Bild einer jungen Frau: "Wenn mein Freund so viele Versprechen brechen würde wie der Kanzler, würde ich ihn rauswerfen." Ein späteres Plakat zeigte Stoiber mit CDU-Parteichefin Angela Merkel: "Gemeinsam für Deutschland". Zum Schluss hieß es kurz und knapp auch: "Deutschland braucht eine bessere Regierung."

Die Grünen stellten ihre Werbe-Feldzug unter das General-Motto "Grün wirkt" - etwa in der Einwanderungspolitik, symbolisiert durch einen schwarzen und einen asiatischen Gartenzwerg. Auf die Hochwasser-Katastrophe reagierten die Grünen mit dem Aufkleber: "Klimaschutz ist wählbar". Zugleich betonten sie auf Plakaten: "Zweitstimme ist Joschka-Stimme." In Umfragen ist der Außenminister seit langem der beliebteste deutsche Politiker.

Die FDP stellt ihre Kampagne auf Mehr-Wert ab: Neben einen roten und einen schwarzen Filz-Pantoffel platzierte sie einen FDP-gelben Sportschuh für "Mehr Tempo für Deutschland". Andere Slogans der Liberalen: "Mehr netto. Da kann man doch nur nicken.", "Mehr Bildung. Mehr Megaherz für unsere Kinder." oder "Mehr Arbeit. Mehr Netto für alle, damit sich mehr Menschen unsere Arbeit leisten können."

Die Reformkommunisten der PDS werben für sich als die "linke Kraft". Dazu heißt es etwa: "Arbeit soll das Land regieren" oder "Gerechtigkeit für alle". In Anlehnung an ihr konsequentes Nein zu deutschen Militär-Einsätzen im Ausland plakatiert die PDS: "Frieden kostet Mut. Kriege kosten Leben".(APA/dpa)

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