Aziz hofft auf Ende der Sanktionen gegen Irak

17. September 2002, 14:12
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Botschaft Husseins an die UNO angekündigt - Waffeninspekteure der IAEO sofort einsatzbereit - Arabische Liga begrüßt Einlenken Bagdads

Bagdad/Wien - Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarek Aziz hat die Vereinten Nationen zu einer raschen Aufhebung der Sanktionen gegen sein Land aufgefordert. Er hoffe, die Rückkehr der UNO-Waffeninspekteure führe zu einem "schnellstmöglichen" Ende der Sanktionen und einer Normalisierung der Lage in Irak, sagte Aziz am Dienstag in Bagdad. Washington und London hätten viel "Lärm um die Massenvernichtungswaffen" gemacht. Sollte dies tatsächlich ihre Sorge gewesen sein, dann dürfe die Wiederaufnahme der Inspektionen diese "ausräumen".

Gleichzeitig äußerte Aziz die Befürchtung, die US-Regierung habe den Streit um die Inspektionen nur als "Vorwand" benutzt, um den Irak anzugreifen. In diesem Fall werde Washington neue Vorwände finden, betonte er.

Nach Angaben der amtlichen irakischen Nachrichtenagentur INA wird der irakische Außenminister Naji Sabri der UNO-Vollversammlung in den nächsten Tagen eine Botschaft von Präsident Saddam Hussein übermitteln. Bagdad hatte zuvor überraschend eingelenkt und in einem Brief an UNO-Generalsekretär Kofi Annan die Bereitschaft angekündigt, die UNO-Waffeninspektoren "ohne Bedingungen" wieder ins Land zu lassen.

Die Vereinten Nationen könnten nach eigenen Angaben umgehend mit den Kontrollen in Irak beginnen. Inspekteure der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO könnten "bereits morgen ihre Arbeit aufnehmen", sagte eine Sprecherin der UNO-Organisation in Wien. Die IAEO müsse nur noch das "grüne Licht" des UNO-Sicherheitsrats abwarten. Die Sprecherin schloss nicht aus, dass die Entscheidung dazu noch am Dienstag fallen könnte.

Die Arabische Liga hat das Einlenken Bagdads begrüßt. Generalsekretär Amr Mussa bezeichnete die Entscheidung der irakischen Führung am Dienstag als positiven Schritt, der alle Zweifel daran, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen mehr besitzt, ausräumen solle. Er erwarte, dass dieser Schritt von der Weltgemeinschaft positiv aufgenommen werde, fügte Mussa hinzu. Nachdem die arabische Diplomatie diese Krise entschärft habe, sei es nun Zeit, sich auf das Schicksal der Palästinenser zu konzentrieren. (APA/dpa)

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