UNMOVIC

17. September 2002, 14:08
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Hamburg - Die Kommission zur Kontrolle des irakischen Waffenarsenals, UNMOVIC, wurde von den Vereinten Nationen im Dezember 1999 mit der Resolution 1284 ins Leben gerufen. Sie folgte der UNO- Sonderkommission UNSCOM, die seit 1991 die irakischen Arsenale für Massenvernichtungswaffen inspiziert und deren Zerstörung überwacht hatte. Nachdem der Irak seine Zusammenarbeit mit der UNSCOM aufgekündigt hatte, zog sich die Sonderkommission im Dezember 1998 zurück. Weil der Irak sich weigerte, weitere Kontrollen zuzulassen, hat seitdem kein UNO-Waffeninspekteur das Land betreten.

Die Inspektoren der UNMOVIC (United Nations Monitoring, Verification and Inspection Commission) haben die Aufgabe, die Zerstörung aller biologischen und chemischen Waffen, sowie Raketenträger mit Reichweiten von mehr als 150 Kilometern voranzutreiben. Gleichzeitig soll die Kommission unter Leitung des Schweden Hans Blix ein Kontrollsystem einrichten, das die Wiederaufrüstung des Irak dauerhaft verhindert. Laut Resolution 1284 muss der Irak "sofortigen, bedingungslosen und ungehinderten Zugang zu allen Orten, Anlagen, Ausrüstungen, Unterlagen und Transportmitteln" gewähren, die die Kontrolleure inspizieren wollen.

Derzeit halten sich 63 Fachleute aus 27 Ländern für neue Waffeninspektionen bereit. Weitere 220 Experten aus 44 Staaten können mobilisiert werden. Nach Angaben der Kommission vom August sollen 700 Orte im Irak untersucht werden. Anders als die UNSCOM werden die UNMOVIC-Mitarbeiter von der UNO bezahlt und unterstehen somit nicht den nationalen Regierungen. Damit soll etwaigen Spionagevorwürfen der Iraker vorgebeugt werden, die es gegen die UNSCOM gegeben hatte. (APA/dpa)

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