Innsbruck sagt Suchtgiftszene Kampf an

17. September 2002, 13:45
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Kriminalitätsstatistik präsentiert - Skinheadszene "ausgetrocknet" - Konsum synthetischer Drogen nimmt zu

Innsbruck - Innsbruck will sich verstärkt der Suchtgiftszene und der Eigentumskriminalität widmen. Darauf hat sich der so genannte "Lenkungsausschuss zur Verhinderung und Bekämpfung der Kriminalität" geeinigt, in dem für Sicherheitsfragen zuständige Institutionen einbezogen sind.

Innsbruck hat nach Angaben des Lenkungsausschuss-Vorsitzenden, Vizebürgermeister Eugen Sprenger (VP), seit vielen Jahren eine hohe Kriminalitätsrate. Im Vergleich zu anderen Hauptstädten liege Innsbruck im Spitzenfeld und gleichauf mit Salzburg, Linz, Klagenfurt und einigen Wiener Bezirken. Dennoch könne man von einer "positiven Entwicklung" sprechen. Wenngleich Sprenger beklagte, dass derzeit 40 Planstellen nicht besetzt seien, die wesentlich zur Sicherheit beitragen könnten. Ein weiteres Problem sah Sprenger bei einer Pressekonferenz am Dienstag in der vergleichsweise "milden Rechtsprechung" in Tirol.

Kriminalgruppen werden verstärkt

Auf Grund der Entwicklung im Suchtgiftbereich wurden die Kriminalgruppen verstärkt, kündigte der Innsbrucker Polizeidirektor Arnold Stattmann an: "Ein besonderes Problem ist die Zunahme von synthetischen Drogen wie Ecstasy". Für die Suchtgiftfahnder sei es schwierig, die Händler auszuforschen. Dennoch habe man zuletzt mehrere Großdealer hinter Schloss und Riegel bringen können. Alarmierend sei der Anstieg von "Rave-Partys". Die Zahl der Suchtgifttoten sei im vergangenen Jahr hingegen zurückgegangen.

Ein Anstieg wurde bei der Eigentumskriminalität verzeichnet. Vor allem bei Diebstählen sei Innsbruck ein "günstiges Pflaster". Die Täter seien sozusagen "auf der Durchreise". Ein Problem stelle auch die Leichtlosigkeit der Innsbrucker Bevölkerung dar. Hier komme es zunehmend auf Grund des schlechten Verwahrens von Wertsachen zu Diebstählen.

Erfreulich sei hingegen die "Austrocknung" der Skinheadszene. Die Maßnahmen der Polizei hätten gegriffen, sagte Stattmann. Er betonte, wie wichtig die Vernetzung verschiedener Organisationen und Arbeitsgruppen von Stadt und Land im Hinblick auf die Kriminalitätsbekämpfung sei. (APA)

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    Hände einer Beamtin in einem Sack mit Pillen der Designer-Droge Ecstacy.

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