Cargo Center Graz wächst zum größten Güterverkehrszentrum Österreichs

17. September 2002, 13:30
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Neben Schenker und Panalpina nun auch ÖBB mit an Bord

Graz - Das Cargo Center Graz (CCG) wächst derzeit im Süden von Graz zum größten geschlossenen Güterverkehrszentrum mit Terminal in Österreich heran. 280 Arbeiter sind auf der größten Baustelle der Steiermark beschäftigt, die Baumaßnahmen auf dem 500.000 Quadratmeter großen Areal soll im April 2003 abgeschlossen sein, die Eröffnung ist für Juni vorgesehen. Das Gesamtinvestment beträgt 130 Mill. Euro, die Errichtung erfolgt über ein PPP-Modell durch die Schienenverkehrsinfrastruktur-Gesellschaft m.b.H. (SCHIG).

Die SCHIG ist an der CCG mit 47 Prozent, private Frächter, Banken und die Estag mit 53 Prozent beteiligt. Die CCG wird den Terminal auf 30 Jahre pachten und dafür zwischen 53 und 60 Prozent der Baukosten als Benutzungsentgelt zahlen. Die Infrastruktur des Güterterminals wird im Auftrag des Verkehrsministeriums von der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken-AG (HL-AG) errichtet. Von der Investitionssumme gehen laut CCG-Geschäftsführer Franz Glanz rund 75 Mill. Euro in die Schienen- und Straßeninfrastruktur, 40 bis 45 Mill. in die Hochbauten und der Rest in die Ausstattung.

ÖBB wieder im Boot

Als eisenbahnrechtlicher Betreiber tritt die Steiermärkische Landesbahnen GesmbH auf. Dennoch ist es inzwischen gelungen, auch die ÖBB wieder ins Boot zu holen. Es gebe "eine vernünftige Kooperationsbasis", so Glanz, der eine "Produktabgleichung unter Nutzung der Synergien" anstrebt. Dabei geht es konkret um die künftige Rolle der von den ÖBB im Joint Venture mit dem Transportunternehmer Frikus betriebenen Container-Terminals Kalsdorf und Messendorf, die in der Transportlogistik der Automobilindustrie eine wichtige Rolle spielen. Glanz kann sich auch eine Beteiligung der ÖBB an der CCG vorstellen. Als weitere Mieter konnten die Speditionen Schenker und Panalpina gewonnen werden, außerdem wird das Zollamt Graz vom Grazer Hauptbahnhof in den Terminal übersiedeln.

Mit der Fertigstellung der ersten Ausbaustufe, in der 300.000 bis 350.000 t an Gütern pro Jahr - doppelt so viel wie ursprünglich geplant - umgeschlagen werden sollen, werden im CCG 250 bis 300 Personen beschäftigt sein. Als besonderes Asset nennen die Betreiber die Möglichkeit, sechs bis sieben 700 Meter lange Ganzzüge am Stück abzufertigen.

Wie Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl (V) am Dienstag bei einer Präsentation sagte, handle es sich beim Cargo Center Graz um "ein Vorzeigeprojekt in der Zukunftsregion Südost", das einen infrastrukturellen Impuls für die Steiermark, aber auch für Kärnten, Slowenien und Oberitalien bringen werde. Das CCG sei ein Kernstück der Betriebsansiedelungen zwischen Unterpremstätten und Werndorf im Süden von Graz, wo längerfristig 5.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. (APA)

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