AK bemängelt hohe Euro-Preise für deutsche Zeitschriften

17. September 2002, 13:30
1 Posting

Erhebung: Durchschnittlich um 13 Prozent teurer

Deutsche Zeitschriften kosten in Österreich immer noch zum Teil erheblich mehr als in ihrem Herkunftsland, kritisiert die Arbeiterkammer (AK). Bei der Umrechnung der Euro-Preise würden bis zu 33 Prozent "Körberlgeld" aufgeschlagen. Die unterschiedliche Höhe der Mehrwertsteuer würde aber nur um drei Prozentpunkte höhere Preise rechtfertigen, hieß es. Die AK beruft sich dabei auf einen Preisvergleich von insgesamt 51 Zeitschriften. Die AK erwäge nun, die EU-Behörden mit der Diskrepanz zu beschäftigen, sagte AK-Konsumentenschützer Karl Kollmann am Dienstag zur APA.

Missverhältnis aufs Tapet gebracht

Das Missverhältnis der "deutschen" und "österreichischen" Preise sei in der Euro-Preiskommission aufs Tapet gebracht worden, allerdings - mit Verweis auf die Preispolitik der deutschen Verlage - ohne Ergebnis. "Wenn man hier in Österreich auf keinen grünen Zweig kommt, muss man eben Brüssel beschäftigen", meinte Kollmann: Ansatzpunkt könnte dafür die Beanstandung der "Preisbindung für den österreichischen Markt" sein.

Argumente deutscher Verlage, wonach die Lieferung der Titel nach Österreich eben teuer sei, lässt er nicht gelten: "Der Special Issue-Markt wurde schon immer von Deutschland beliefert. Da gibt es eine routinierte Logistik, und die Zeitschrift von Hamburg nach Passau zu bringen, kostet genau so viel, wie sie nach Wien zu bringen." Auf dem Buchsektor habe man sich bereits einigen können, die Preisdifferenz für deutsche Bücher werde nur die tatsächlichen unterschiedlichen Steuersätze betragen.

Durchschnittliche Differenz beträgt 13,45 Prozent

Nur zwei Zeitschriftentitel waren dagegen laut Erhebung vom 9. September in Österreich zum selben Preis wie in Deutschland erhältlich: "Barbie" (2,30 Euro) und "Chip" (4,70). Am größten ist die Differenz bei "Computer Bild", das in der Alpenrepublik zwei Euro kostet, in Deutschland dagegen 1,50 Euro (plus 33,33 Prozent). Jugendliche müssen für ihre "Bravo" in Österreich tiefer in die Tasche greifen und 1,70 Euro (plus 30 Prozent) bezahlen - ihre deutschen Altersgenossen dagegen bekommen das Magazin für 1,30 Euro. Die durchschnittliche Differenz aller erhobenen Titel betrug 13,45 Prozent. (APA)

Share if you care.