Rote Liste gefährdeter Waldtypen

17. September 2002, 15:10
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Wien - Was nützt dem Hirschkäfer, wenn er unter strengstem Naturschutz steht, seine bevorzugten Lebensräume - Eichenwälder - aber sang- und klanglos verschwinden? Aus diesem Grund entwickelt das Umweltbundesamt (UBA) Wien als Ergänzung zu den Roten Listen gefährdeter Arten nun auch Rote Listen gefährdeter Biotoptypen Österreichs. Als erster Band ist "Wälder, Forste, Vorwälder" erschienen.

Die Bilanz ist eher ernüchternd. Experten verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen haben für Österreich 93 Waldbiotoptypen definiert - vom alpinen "Karbonat-Latschen-Buschwald" über "Schwarzerlen-Eschenauwald" bis hin zum Rotföhrenmoorwald - 53 davon müssen einer Gefährdungskategorie zugeordnet werden.

Die Wissenschafter gehen dabei regional vor, denn die Vielfalt der vorkommenden Wälder ist abhängig vom jeweiligen Naturraum. So weisen die außeralpinen Räume (Böhmische Masse, Pannonikum, Nördliches und Südöstliches Alpenvorland) mit 45 bis 55 vorkommenden Biotoptypen deutlich niedrigere Werte auf als die Alpen. Besonders hoch ist die Anzahl der Typen in den Nord- und Zentralalpen.

Die UBA-Publikation unterscheidet auch zwischen Wäldern und Forsten. Dabei wird ein Wald dann zum Forst erklärt, wenn er, vereinfacht gesagt, mehr als 30 Prozent "gesellschaftsfremder Arten" enthält, also Bäume die an dem entsprechenden Standort eigentlich nichts zu suchen haben. Bezüglich der Forste wird kein Gefährdungspotenzial angegeben, typisiert werden sie dennoch. (APA)

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