Hochwasser: Beschädigte Straßen verkehrssicher saniert

17. September 2002, 13:55
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ÖAMTC: Gelegenheit, unfallträchtige Straßen dem Stand der Technik anzupassen

Wien - Durch das Hochwasser im August sind zahlreiche Straßen und Brücken in Salzburg, Ober- und Niederösterreich beschädigt oder zerstört worden. Bei deren Sanierung oder Neuerrichtung sollte unbedingt auf die Verkehrssicherheit geachtet werden, fordert der ÖAMTC am Dienstag in einer Aussendung. "Hier bietet sich die Gelegenheit, unfallträchtige Straßen dem Stand der Technik anzupassen", so der Verkehrsexperte des Clubs, Roman Michalek.

Vier von zehn Unfällen in Österreich ereignen sich auf Freilandstraßen, hieß es. Fast 80 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Personen verunglückten allerdings auf Überlandstrecken. Neben überhöhter Geschwindigkeit sind Mängel der Straßenanlage oder des Fahrbahnbelages häufige Unfallursachen.

Konkrete Verbesserungen schaffen

Im Zuge der Sanierung nach dem Hochwasser bestehe die Möglichkeit, statt "kosmetischer" Maßnahmen wie der Verordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen konkrete Verbesserungen zu schaffen, erklärte der ÖAMTC. Schließlich sei der Straßenerhalter zur "Reparatur" von Unfallhäufungsstellen verpflichtet. "Dabei sollte vor allem auf ausreichende Fahrbahnbreiten und Kurvenradien sowie die sichere Ausgestaltung der Randbereiche geachtet werden", so Michalek. Auch für ausreichende Sichtverhältnisse, vor allem an Kreuzungspunkten, sei zu sorgen.

Als Beispiele für unfallträchtige Straßenstücke, die vom Hochwasser teilweise zerstört wurden, nannte der ÖAMTC die Tullner Bundesstraße (B19) im Bereich der Westumfahrung Tulln mit der Donaubrücke sowie die Zwettler Bundesstraße (B38) und die L71 im Großraum Zwettl.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit fordert der ÖAMTC:

  • Dreispuriger Ausbau stark befahrener Bundesstraßen und Schaffung von Überholstrecken
  • Errichtung von Kreisverkehr-Anlagen auf unfallträchtigen Kreuzungen
  • Entfernung von einzeln stehenden Bäumen, vor allem in Kurven
  • Ausbau des Begleitwegenetzes zur Trennung von landwirtschaftlichen Verkehr von Pkw und Lkw
  • Sichere "Auslaufzonen" auf Strecken, wo viele Unfälle durch Abkommen von der Fahrbahn passieren. (APA)
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