Magna: Grünes Licht für Donnelly Übernahme

17. September 2002, 13:11
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EU-Kommission bewilligt Kauf - Größter Anbieter für KfZ-Spiegel entsteht

Wien - Der kanadische Autozulieferkonzern Magna International hat am Dienstag von der EU-Fusionskontrolle grünes Licht für den Erwerb des US-Spiegelherstellers Donnelly Corp. bekommen. Damit ist der Weg für die Schaffung des weltweit größten Anbieters von Spiegeln für Kraftfahrzeuge frei. Die Magna-Spiegelproduktion soll mit jener des Donnelly-Konzerns unter dem Namen "Magna Donnelly" zusammengelegt werden. Chef der neuen Konzerntochter (erwarteter Umsatz: 1,2 Mrd. US-Dollar) soll der Donnelly-CEO Dwane Baumgardner werden.

Durch die Akquisition werde zwar "die führende Stellung Donellys bei KfZ-Innenspiegeln noch verstärkt, der Wettbewerb in Europa aber nicht wesentlich verringert", heißt es der Mitteilung der EU-Kommission am Dienstag. Auch die US-Wettbewerbsbehörde hat keinen Einspruch gegen die Transaktion erhoben.

Keine Veränderung für österreichische Standorte

Magna fertigt auch in Österreich Autospiegel bzw. Kunststoffteile und Antriebe dafür: in der Magna Auteca in Weiz (Steiermark) sowie in Weikersdorf (Niederösterreich). Zumindest ist Letzteres geplant. Der Konzern hatte 2001 dort das Areal der insolventen Regina Küchen gekauft und angekündigt, auf ihm die Europazentrale von Magna Mirror Systems errichten und 200 Jobs schaffen zu wollen. Inzwischen wird ein guter Teil des Areals aber von der ebenfalls zum Konzern gehörigen "Intier Automotive Eybl" (Ebergassing) genutzt. Die Spiegelproduktion soll erst in einigen Jahren die volle Kapazität erreichen. Laut Magna-Konzern-Sprecher Andreas Rudas ergeben sich durch den Deal für die österreichischen Standorte keine Veränderungen.

Magna Mirror Systems macht nach Konzernangaben von 2001 einen jährlichen Jahresumsatz von 366 Mill. US-Dollar (378 Mill. Euro). An vier Standorten in Nordamerika und mehreren in Europa werden täglich insgesamt 40.000 Spiegel erzeugt. Donnelly mit Hauptsitz in Holland/Michigan beschäftigt mehr als 6.000 Arbeitnehmer in 14 Ländern. Der Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 848 Mill. Dollar, der Nettogewinn auf bescheidene 2,6 Mill. Dollar.

Der Kaufpreis, den Magna für die Übernahme von Donnelly zahlt, beträgt 320 Mill. US-Dollar sowie die Übernahme von 95 Mill. Dollar an verzinslichen Schulden. Aktionäre sollen für jede Donnelly-Stammaktie Magna-Aktien im Wert von 28 Dollar bekommen, sofern die Magna-Aktie in den Wochen vor Abschluss der Transaktion im Durchschnitt innerhalb einer bestimmten Bandbreite notiert. (APA)

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