US-Regierung verlängert Abkommen mit Internet-Gremium ICANN

17. September 2002, 12:17
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Mandat wäre Ende September abgelaufen

Das Internet-Verwaltungsgremium ICANN wird offenbar auf absehbare Zeit weiterarbeiten können. Wie die "Washington Post" berichtet, will die zuständige Behörde im US-Handelsministerium das Mandat der in Kalifornien ansässigen Non-Profit-Agentur verlängern.

Das ICANN-Mandat wäre Ende September abgelaufen. Wann und für wie lange die Verlängerung in Kraft treten soll, ist demnach noch unklar. ICANN war 1998 von der US-Regierung mit der Aufsicht über die Vergabe der Domain-Namen, also der Endungen wie .com oder .at beauftragt worden.

Erwartet

Laut "Post" kündigte Nancy Victory von der National Telecommunications and Information Agency (NTIA) in einer Telefonkonferenz vergangene Woche an, dass eine Verlängerung "derzeit" erwartet werde. Die NTIA-Chefin Victory sagte demnach, dass die von ICANN angekündigten Reformen den Ausschlag für die Entscheidung gegeben hätten. In einem neuen Abkommen solle eine Fortführung der Reformen festgeschrieben werden.

Kritiker hatten ICANN immer wieder langwierige Abstimmungsprozesse und schwerfällige Entscheidungsverfahren vorgeworfen. Andere kritisieren einen zu starken Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf das Gremium.

Die "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers" hatte zuletzt auf seiner Sitzung in Bukarest umfassende Reformen eingeleitet. Unter anderem wurde die Direktwahl der Mitglieder durch die Internet-Nutzer wieder abgeschafft. Die ICANN-Vorstandsmitglieder sollen künftig von Ausschüssen ernannt werden, die einzelne Interessengruppen wie die Wirtschaft, Techniker oder Regierungen vertreten. Ein Reformausschuss sollte bis zur nächsten Sitzung im Oktober konkrete Umsetzungsvorschläge unterbreiten. Mehr Einfluss sollen unter anderem künftig auch die Firmen erhalten, die die Länder-Domains wie .at verwalten.

Von der "Post" befragte Experten waren sich einig, dass die Reform des Gremiums an vorderster Stelle stehen müsse. Die US-Regierung sei gezwungen, auf ICANN zu setzen, weil das einfacher sei, als eine völlig neue Organisation aufzubauen, sagte Michael Froomkin vom Internetforum icannwatch.org. Foren-Teilnehmer mutmaßten dort, dass das neue Mandat wohl nur kurz ausfallen werde, um den Reformdruck auf ICANN möglichst groß zu halten. (APA)

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