Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

17. September 2002, 12:22
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SPD-PDS-Koalition bleibt vermutlich im Amt

Schwerin - Im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wird am 22. September nicht nur der Bundestag, sondern auch der Landtag gewählt. Damit steht vier Jahre nach ihrem Machtantritt die bundesweit erste Landesregierung mit PDS-Beteiligung auf dem Prüfstand. Jüngsten Umfragen zufolge kann die zunächst umstrittene, dann aber eher unauffällig agierende Koalition aus SPD und PDS erneut mit einer deutlichen Mehrheit rechnen. Spitzenpolitiker beider Parteien haben bereits die Absicht zur Fortsetzung des Linksbündnisses deutlich gemacht.

Bei der Landtagswahl 1998 hatte die SPD 34,3 und die PDS 24,4 Prozent der Stimmen erhalten. Mit 27 bzw. 20 von insgesamt 71 Sitzen im Drei-Parteien-Parlament in Schwerin konnte die Koalition von SPD-Ministerpräsident Harald Ringstorff auf eine komfortable Mehrheit bauen. Die CDU, die vor vier Jahren mit 30,2 Prozent der Stimmen nach acht Jahren an der Macht in die Opposition musste, hat im Landtag derzeit 24 Sitze.

SPD holte in den letzten Wochen auf

Lange Zeit lagen die Christdemokraten in den Umfragen klar vorne. Doch die SPD hat in den letzten Wochen im norddeutschen Bundesland immer mehr aufgeholt. Zwei Wochen vor der Landtagswahl erreichten die Sozialdemokraten in einer Emnid-Umfrage 37 Prozent und lagen damals erstmals wieder vor der CDU mit 34 Prozent.

PDS nur mehr bei 18 Prozent

Die PDS, die nun erstmals als Partei in Regierungsverantwortung Wahlkampf führen muss, steht nun bei 18 Prozent und ist damit weit von ihrem Ziel entfernt, wieder jede vierte Stimme zu gewinnen. Die FDP kommt auf vier, die Grünen unverändert auf drei Prozent Zustimmung. Sie haben deshalb beide kaum Chancen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überschreiten und in den Landtag zu kommen.

Das an der Ostsee gelegene Mecklenburg-Vorpommern, sechstgrößtes Bundesland Deutschlands, hat die geringste Industriedichte der Bundesrepublik und mit knapp 19 Prozent die zweithöchste Arbeitslosenquote. Die Abwanderung vornehmlich junger Leute ist neben der Arbeitslosigkeit bestimmendes Wahlkampfthema im Land mit derzeit 1,8 Millionen Einwohnern.(APA/dpa)

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