Cybercrime nimmt zu: Neue Arbeitsgruppe für sicheren Handel im Netz

17. September 2002, 12:07
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Zusammenarbeit zwischen Innenministerium und Wirtschaftskammer

Österreichs Unternehmen erwirtschaften mit dem E-Business nur zwischen ein und zwei Prozent des Gesamtumsatzes. Grund dafür ist das mangelnde Vertrauen in das Internet. Dabei wären die Grundlagen für solche Geschäfte gut: Laut einer neuesten Umfrage besitzen 97 Prozent der österreichischen Top-500-Unternehmen eine Website. Aber nur 29,6 Prozent verkauften ihre Produkte und Dienstleistungen über diese.

Arbeitsgruppe

Aus diesem Grund wird nun eine neue Arbeitsgruppe gegründet, die in Österreich über den Datenschutz und die Rechtssicherheit im Internet informieren und so zu einem erhöhten Vertrauen für das E-Business sorgen soll. Präsentiert wurde diese Idee heute, Dienstag, von Innenminister Ernst Strasser (V) und der Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bei einer Pressekonferenz in Wien. Denn das Innenministerium und die Wirtschaftskammer werden für diese Arbeitsgruppe ihre Experten entsenden. Mit einer so genannten Roadshow durch die Bundesländer wird dann die Bevölkerung über die Ergebnisse dieser Arbeitsgemeinschaft informiert.

Auftrag

Mit der Umfrage, die von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegeben wurde, wollte man über eine Analyse über die Anwendung des Internets in den Betrieben verfügen. Dabei gaben die befragten Unternehmer an, dass zu 30,4 die mangelnde Rechtssicherheit, zu 28,4 Prozent der mangelnde Datenschutz und zu 24,5 Prozent die unsichere Zahlungsabwicklung der Grund für die Hemmnis des E-Business sei. Bei den Kunden sahen die Ergebnisse ähnlich aus: 37,3 Prozent ließen kein Geschäft im Netz zu Stande kommen, weil die Zahlungsabwicklung zu unsicher wäre, 32,4 Prozent, weil es zu wenig Datenschutz gebe und 27,5 Prozent, weil es an der Rechtssicherheit mangele.

Sicherheit

"Der Sicherheitsgedanke im Internet ist sehr stark ausgeprägt", meinte Leitl. "Was uns bisher gefehlt hat, ist eine vernetzte Kooperation mit der Exekutive", sagte der Wirtschaftskammerpräsident. Besonders kleine und mittlere Betriebe würden von diesen sicheren Technologien profitieren und dadurch wettbewerbsfähiger werden", erklärte Leitl.

Kooperation

Es sei wichtig, dass "Unternehmer mit den Sicherheitsorganen in einem engeren Schulterschluss zusammenarbeiten", sagte Strasser. "Denn das Cybercrime ist immer mehr am Steigen", erklärte der Innenminister. Im Jahr 2002 habe es in den ersten drei Monaten genauso viele Schadensfälle gegeben wie im gesamten Jahr 2000. "Und dabei steht das Sicherheitsbewusstsein besonders zwischen Konsumenten und Unternehmen noch am Anfang", sagte Strasser.

Trotzdem seien in Österreich nur ein Bruchteil der Delikte bekannt, so der Innenminister. Kaum ein Unternehmer meldet einen Schadensfall in Sachen Internet. "Nach dem Love-Letter-Virus gab es zwar einen enormen Schaden, aber kaum Anzeigen", sagte Strasser. (APA)

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