Palm versucht bei Handhelds die Oberhand zu behalten

17. September 2002, 12:07
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Aufspaltung des Unternehmens soll den Umschwung bringen

Das Betriebssystem der Firma Palm läuft zwar auf drei Viertel aller Handheld-Computer weltweit, aber dennoch sieht es derzeit nicht so aus, dass das Unternehmen zum Microsoft seiner Branche werden könnte. Grund für solche Hoffnungen war der Börsenwert, auf den die Firma aus dem kalifornischen Milpitas bei ihrer Loslösung von 3Com vor zweieinhalb Jahren kam: Mit 53 Mrd. Dollar (54,7 Mrd. Euro) war sie mehr wert als General Motors und Ford zusammen. Aber das ist Geschichte.

Penny-Stock

Der harte Wettbewerb im Bereich der Handhelds, an dem zum Teil auch Microsoft Schuld ist, und die gesunkene Nachfrage haben Palm an den Börsen inzwischen zu einem Penny-Stock gemacht. Allerdings sind sehr viele Palm-Aktien auf dem Markt, so dass die Firma insgesamt noch mehr als 400 Mill. Dollar wert ist.

Nach Ansichten von Analysten hat die Firmenleitung mindestens Mitschuld an der Misere. So entschloss sich Palm, sowohl Hardware als auch Software herzustellen, also die Geräte und die dazugehörigen Programme. Gleichzeitig erteilte es anderen Unternehmen, wie etwa Sony, Lizenzen zur Nutzung der Palm-Software auf deren Geräten. Gerade Sony gelang es daraufhin, die Palm-Software noch zu verbessern, was negativ auf Palm zurückfiel. Andere mögliche Lizenznehmer fürchteten die Konkurrenz der Palm-Hardware und kauften statt dessen das Microsoft-Betriebssystem Windows CE ein, das Palm immer mehr Marktanteil abgenommen hat.

Kampf "um die Herzen und Köpfe"

In den nächsten eineinhalb Jahren werde es einen harten Kampf "um die Herzen und Köpfe" von Firmen- und Privatkunden geben, sagt der Analyst Michael Gartenberg von Jupiter Research. Palm hat dazu schon Ende 2001 beschlossen, die Bereiche Hard- und Software zu trennen. Dieses Vorhaben befindet sich jetzt in der Endphase. Beide Abteilungen sind schon in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Die eigentliche Trennung soll in den kommenden sechs Monaten erfolgen.

Davor soll noch mit einem umgekehrten Aktien-Split die Stückelung der Palm-Aktien verringert werden, um deren Preis wieder zu heben. Das ist dringend nötig. Zum einen, um die nach dem Rausschmiss Palms aus dem Standard & Poor's 500 Index verlorene Aufmerksamkeit der Investoren wieder zu gewinnen. Zum anderen, um weiter an der Technologiebörse Nasdaq bleiben zu können, in der Aktien, die länger unter einem Dollar liegen, nicht gehandelt werden. (APA/AP)

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