ÖVP als Profiteur der Volkszählung?

17. September 2002, 11:49
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"Schwarze" Bundesländer gewinnen Mandate dazu

Wien - Das Endergebnis der Volkszählung 2001 ist jetzt amtlich. Die Zahlen könnte auch Auswirkungen auf die Machtverteilung im Parlament haben, da von der geänderten Bevölkerungsverteilung zwischen den Bundesländern vor allem "schwarze" Bundesländer profitieren.

Mandatsgewinn für schwarze Bundesländer

Im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" sind die Bürgerzahlen der Bundesländer und der Regionalwahlkreise veröffentlicht, nach denen die Mandatsverteilung bei Nationalratswahlen berechnet wird. Bereits gestern Abend hat das Innenministerium bekannt gegeben, dass Niederösterreich und Vorarlberg jeweils ein Mandat dazugewinnen sowie Wien und Steiermark je eines verlieren. Die Neuverteilung gilt bereits bei den vorgezogenen Neuwahlen am 24. November.

Die Zahlen der maximal in den einzelnen Landeswahlkreisen zu vergebenden Mandate lautet nunmehr: Burgenland 7, Kärnten 13, Niederösterreich 36 (bisher 35), Oberösterreich 32, Salzburg 11, Steiermark 28 (bisher 29), Tirol 15, Vorarlberg 8 (bisher 7), Wien 33 (bisher 34).

Auch in Regionalwahlkreisen Verschiebungen

Auch in den Regionalwahlkreisen hat es Verschiebungen gegeben. In den insgesamt 43 Regionalwahlkreisen werden maximal zwischen einem (Osttirol) und acht (Hausruckviertel) Mandate vergeben. Durch die Volkszählung ergaben sich folgende Änderungen: Im Wahlkreis Burgenland Nord werden künftig vier statt bisher drei Mandate vergeben, im Wahlkreis Burgenland Süd drei statt vier, im Weinviertel sieben statt sechs, in Steiermark Nord-West drei statt vier, in Vorarlberg Süd vier statt drei, in Wien Innen-Süd drei statt vier, in Wien Nord-West fünf statt sechs und in Wien Nord sechs statt fünf.

Bei der Nationalratswahl werden Mandate auf drei Ebenen vergeben, im Regionalwahlkreis, auf Landes- und auf Bundesebene. Mandate, die Abgeordnete direkt im Regionalwahlkreis erringen, heißen Direktmandate. Auf Landesebene werden jene Mandate verteilt, die dem Bundesland (laut Zuordnung nach der Volkszählung) zustehen, aber auf Regionalwahlkreisebene nicht "verbraucht" wurden. Im dritten Ermittlungsverfahren auf Bundesebene wird der österreichweite Ausgleich vorgenommen, es werden nochmals alle Stimmen einbezogen. (APA/red)

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